November 1982
TESTBERICHT I llClT U l a d i l Compact-Disc-Spieler von Philips und Hitachi / Die neuen grammatisch festgelegte Sequenz erneut abspulen zu lassen. Schnellen Vor- bzw. Rückgriff auf den Beginn des folgenden oder gerade laufenden Musikstücks gewährt der mit ,,FF" und ,,FB" bezeichnete Wippschalter. FonoForum November 1982 Philips F 8421, der Unbeirrbare Nachdem uns Hitachi das Flaggschiff seiner digitalen Flotte zur Verfügung gestellt und demonstriert hatte, was gemacht werden kann, zeigt Philips völlig problemlos, während sich der Hitachi vornehm zierte, die ,,Wellenscheibe" längere Zeit abzuspielen. Dito Schmutzempfindlichkeit. Man hatte ja schon gehört von der fabelhaften Desensibilität der Compact-Platten gegen Finrenden Staub. Der Hitachi quit- Mit der Digitalplatte wird es ernst. Im Frühjahr des nächsten Jahres wollen eine Reihe von Herstellern mit ihren CD-Spielern auf den Markt kommen - in einer konzertierten Aktion mit den Plattenanbietern versteht sich. Zwei serienreife Vertreter der neuen Gattung ließen uns einen neugierigen Blick hinters Plattenfach werfen und boten die Gelegenheit, uns ein Bild über ihre Möglichkeiten zu verschaffen. Der Hitachi DA-1000 stand neben dem Philips F 8421 auf unserem Labortisch. wei Jahre erst ist es her, daß man sich international auf das von Philips und Sony entwickelte Compact-Format für laserabgetastete Schallplatten einigte. Die Plattenwinzlinge und ihre entsprechend kompakten Abspielgeräte haben in den wenigen Jahren ihrer Entwicklung ein kaum je für i nöglich gehaltenes Evolutionstempo vorgelegt. Befürchtungen oder Hoffnungen allerdings, die nun einen entsprechend vehement geführten Verdrängungswettbewerb mit der Analogscheibe erwarten, werden sich höchstwahrscheinlich blamieren. Die 500 fürs nächste Jahr geplanten Titel auf Compact-Platten sind nur eine verschwindend kleine digitale Streitmacht gegenüber der mächtigen analogen Phalanx; zudem werden, wie wir bereits in der OktoberAusgabe von ,,FonoForum" berichteten, die CD-Neuerscheinungen stets auch auf den anderen alternativen Speichermedien Cassette und LP veröffentlicht. Mit 1700 bis 2000 Mark sind die Spieler vom Handel sicher nicht zu hoch ausgezeichnet, mißt man dies einmal an der gebotenen Technik, aber sie gehören damit eben in die Hochpreiskategorie, was die Zahl potentieller Konsumenten von vornherein auf eine begrenzte Gruppe technisch Interessierter einschränken dürfte. Gleiches gilt für die mit einem Preis zwischen 32 und 42 Mark antretenden CompactPlatten. Freilich bekommt man auch viel Musik fürs Geld, die Spieldauer der CD-Platten beträgt max. 60 Min., und die ,,audiophilen" Konkurrenten von der analogen Abteilung klanglich jedenfalls die einzig ernstzunehmenden Gegner sind auch nicht gerade billig. Digitale Massenware steht also für absehbare Zeit nicht auf dem Programm. Im Gegenteil: Ein Auftakt für Anspruchsvolle steht uns ins Haus. Die Qual der Wahl wird sich dabei, was die Geräte anlangt, wesentlich auf dem Felde des Bedienungskomforts abspielen. ©HITACHI Stop"-Taste, die dem Mikroprozessor ein Memo eingibt, das es ihm ermöglicht, zu jedem beliebigen Zeitpunkt die einmal so markierte Stelle wiederaufzufinden. Werden hingegen die ,,FF/FB"Wippe und die ,,Play"-Taste gleichzeitig betätigt, überspringt der Laser in der gewünschten Richtung jeweils 30 Sekunden Programm, spielt kurz an und schreitet fort. Diese Finesse erleichtert das Auffinden ganz bestimmter Stellen. Soviel also zunächst über die Bedienmöglichkeiten von Hitachis neuem Spitzen-Spieler DA-1000, um zu zeigen, wie dieses weite Feld in Zukunft in etwa abgesteckt sein dürfte. Der Anschluß des CD-Spielers an die HiFi-Anlage nimmt sich dabei sehr einfach aus: Ein Cinch-Kabel verbindet den Ausgang des DA-1000 mit dem AUX-Eingang Ihres Verstärkers oder, so bereits vorhanden, mit dem von manchen Herstellern euphemistisch als ,,Digital" bezeichneten Eingang. Dahinter verbirgt sich allemal ein gewöhnlicher Hochpegel-Anschluß. Die PhonoBuchsen bleiben allein Ihrem Analogplattenspieler vorbehalten. Das zweite vergoldete Steckerpaar auf der Rückfront des Hitachi bietet die Möglichkeit unmittelbaren Anschlusses an die Endstufe oder ggf. an aktive Lautsprecher. Die Lautstärkeregulierung geschieht in diesem Falle über die entsprechenden frontseitig angebrachten Drucktasten, die ihrerseits ein motorgetriebenes Potentiometer im Inneren des Gehäuses ansteuern. Anhand eines Leuchtbalkens wird dann die eingestellte Lautstärke optisch angezeigt. Ein ebenfalls frontal angebrachter Kopfhöreranschluß arrondiert das weitläufige Angebot der Features. warten ist. So erfolgt das Einlegen der Digitalscheibe in den Toplader manuell und völlig unkompliziert. Eine Klappe verschließt ses Konzepts konnte der Philips äußert kompakt und flach gestaltet werden. Komfort ist aber auch hier programmiert bzw. programmierbar: Eine zahl der darauf gespeicherten Musikstücke: Über einen Selektor lassen sich, gleichfalls über eine Leuchtdiodenkette visualisiert, die einzelnen Programmabschnitte beliebig aneinanderreihen und in der einmal gewählten Sequenz abspielen, ,,Repeaf'-Funktion inklusive. Schneller Vor- und Rücklauf verbunden mit der Möglichkeit, an jeder gewünschten Stelle der Platte ins laufende Programm einzusteigen, läßt selektives Hören zu. Die Pausenfunktion steuert punktgenaues Ein- und Aussetzen des Abspielvorgangs. Mit dem F 8421 hat Philips einen CD-Player vorgestellt, der preislich den unteren Abschluß der Modellpalette bilden dürfte - soweit es die Features betrifft. Sein elektronisches und mechanisches Konzept zeigt dagegen eindrucksvoll, wieweit die niederländischen CD-Pioniere die Entwicklung bereits vorangetrieben haben. Die Laser-Abtasteinheit ist auf einem Dreharm montiert, dessen Kopf auch vertikale Bewegungen vollführen kann. Eventuelle Höhenschläge und Verwellungen des Plattenmaterials können dadurch ausgeglichen werden. Da hat es der Hitachi mit seinem parallel zur Platte laufenden Laserkopfschlitten schon schwerer. Von uns künstlich verwehtes Programmaterial schluckte der Platten wesentlich eher und abrupter seinen Dienst als sein künftiger Konkurrent um die Hörergunst. Aber um einmal die Maßstäbe lange nicht einer Ihrer Partygäste Kerzenwachs auf die ,,Rillen" träufelt oder Cola über die Platte gießt, ohne sie vor dem Abspielen unter die Wasserlei- Hitachi DA-1000, der Luxuriöse Exemplarisch fü r die zu Gebote stehenden Möglichkeiten durch die neue Technik steht hier das Modell DA-1000 von Hitachi. Als Frontlader konzipiert, öffnet sich auf Antippen des Mikroschalters sanft eine Klappe - wie wir das etwas von guten Cassettendecks gewohnt sind - , um die CD-Scheibe aufzunehmen. Auf einen weiteren Knopfdruck schließt sich die kleine Pforte wiederum, wobei die Platte dezent ins Innere gleitet und, in der senkrechten Abspielposition fixiert, einige rasche Runden absolviert. Angelegentlich dessen nimmt die Elektronik zur Kennt- nis, wie viele Musikstücke auf! der Platte abgespeichert sind! und macht dies auf einem Dis-S play optisch deutlich. Eine| Leuchtdiodenkette gibt wäh-1 rend des Abspielens Aufschluß! über die Zahl der bereits abge-| tasteten und noch zu erwarten-l den Musik-Titel. Ein Echtzeit-i Zählwerk unterrichtet in Minu-1 ten und Sekunden über die| verflossene Laufzeit jedes! Stücks. 1 Computerfreunde werden sich! über die Programmiermöglich-| keiten des HA-1000 freuen. Diel eihenfolge der auf der Platte "irzeichneten Musikstücke, aximal 15 Passagen, läßt ch per Prozessor beliebig ählen. Beim Programmieren les gewünschten Stücks wird dessen Laufzeit in Minuten und Sekunden minutiös angezeigt. Das mag fürs Mitschneiden auf Band sehr informativ sein. Wer sich hingegen von seiner Lieblingsmusik partout nicht loszureißen vermag, drückt die ,,Repeaf'-Taste, um die gesamte Platte oder eine vorher pro- Was die klangliche Seite der Digitalscheiben betrifft, worüber wir in diesem Zusammenhang noch gar nicht definitiv urteilen wollen, sei vorab nur soviel bemerkt: Da jegliches Hintergrundgeräusch wie Knistern, Rauschen u.a. gänzlich fehlt, beginnt die Musikwiedergabe quasi aus dem akustischen Nichts, um auch wieder in völlige Stille zu enden, sofern - ja sofern nicht ein böse knallender Drop-out den Kunstgenuß stört. Diese Unart fiel jedoch lediglich beim Hitachi auf. Der Philips schafft es mit einer raffinierten Schaltung, für die Digital-analog-Wandlung fehlende Musikinformationen, etwa durch Verschmutzung hervorgerufen, zu interpolieren und solchermaßen ungehört zu ,,überspielen". Kommen dem Laser doch einmal grobe Unleserlichkeiten in die Quere, blendet er dezent aus und nach Überwinden des Hindernisses ebenso wieder ein. Man sieht, im Hinblick auf Fehleranfälligkeit und Bedienungskomfort unterscheiden sich die neuen Digitalspieler doch ganz erheblich. In der Wiedergabequalität sollten vom Prinzip her keine Differenzen zwischen den einzelnen Geräten auszumachen sein. Hohe Schule der Fidelity, soviel bestätigten allerdings die ersten Höreindrükke, dürfen wir mit Sicherheit erwarten. kr