Die Geige? Das ist der Bohen!
Sowohl bei musikliebenden Hörern als auch bei Experten scheint es unausrottbar, daß sie einen Geiger, oder einen Sänger oder Bläser, nach seinem „Ton", seinem Timbre, seiner physiologischen Ausstrahlung beurteilen. Eine Zeitlang war es große Mode, diese jahrhundertalte Elle des künstlerischen Maßstabs wegzulegen und sie gründlich in Mißkredit zu bringen: „Besucht der Bildungskonsument das Konzert eines Geigers", so lesen wir in Theodor Adornos „Theoretischen Vorlesungen" betroffen, „so interessiert ihn, was er dessen Ton nennt..., beim Sänger die Stimme... Seine Ideologie ist dann meist wohl reaktionär kulturkonservativ."