Juli 1983
FonoForum Juli 1983 FF-AKTUELL FestspielKalender Zusammengestellt von M.-L. v. Schuckmann Die nachfolgende Aufstellung ¸ber die wichtigsten Festspiele soll Ihnen einen ‹berblick geben, was die Saison an Veranstaltungen bietet. Selbstverst‰ndlich gibt es daneben noch eine Vielzahl von sommerlichen Konzerten in Kirchen, Burgen, Schlˆssern und Innenhˆfen, die hier aus Platzgr¸nden nicht aufgef¸hrt werden konnten. Falls Sie jedoch gerade Ihren Urlaub in dem einen oder anderen Festival-Ort verbringen, bekommen Sie vielleicht ¸ber die angegebene Adresse und Telefonnummer noch eine Karte f¸r eine Veranstaltung Ihrer Wahl. BAYREUTH Richard-Wagner-Festspiele: 24. Juli - 27. August 1983 Herausragendes Ereignis der diesj‰hrigen Bayreuther Festspiele ist ohne Zweifel die Neuinszenierung des ,,Ring" von Peter Hall unter dem Dirigat von Sir Georg Solti (siehe Seite 2()ff.)- Daneben kommen wieder ,,Die Meistersinger von N¸rnberg" (Dirigent: Horst Stein, Inszenierung: Wolfgang Wagner), ,,Tristan und Isolde" (Dirigent: Daniel Barenboim, Inszenierung: Jean-Pierre Ponnelle) und ,,Parsifal" (Dirigent: James Levine, Inszenierung: Gˆtz Friedrich) zur Auff¸hrung. Informationen und Karten ¸ber: Kartenb¸ro der Bayreuther Festspiele. Postfach 2320, 8580 Bayreuth 2 Tel.: 09 2112 02 21 mit den Zuhˆrern diskutieren. Die Berliner Philharmoniker werden an sieben Abenden unter der Leitung von: Riccardo Chailly, Solistin: Martha Argerich (6.9.), Eliahu Inbal (8. und 10.9.). Hans Werner Henze (17. 9.). Wolfram Christ (23. 9.) und Herbert von Karajan (24. 9.) konzertieren. Am 3. und 4. 9. gastieren das Israel Philharmonie Orchcstra unter der Leitung von Zubin Metha in Berlin, am 21. und 22. 9. die M¸nchner Philharmoniker unter ihrem Chcfdirigenten Scrgiu Celebidaehe. Informationen ¸ber: Berliner Festspiele GmbH Budapester Strafle 50, 1000 Berlin 30 Tel. 0 3012 63 41 Im Theater am Martinsplatz wird als deutsche Erstauff¸hrung die GoldoniKommˆdic ,,Der Mann von Welt" gespielt. Daneben finden Liederabende mit Hermann Prcy und Helen Donath. Kammermusikabende, Serenaden, ein Jazz-Konzert sowie Kinder- undJugcndveranstaltungen statt. Ausk¸nfte und Karten ¸ber: Bregenzer Festspiele Postfach 119, A-6901 Bregenz Tel.: 00 43155 7412 28 11-0 FLANDERN-FESTIVAL In den St‰dten Limburg, Br¸gge, Gent, Br¸ssel, Lˆwen, Mechelen, Antwerpen: April - Oktober Eine Reihe von Konzcrtveranstaltungen in den o. g. St‰dten sind der Alten Musik, und zwar den Komponisten Jean-Philippe Rameau. Frescobaldi und Padre Antonio Solcr gewidmet. John Pritchard wird ,,Capricco" von R. Strauss dirigieren. Kiri te Kanawa singt die Titclpartie. Neben zahlreichen Orchesterkonzerten, kammcrmusikalischcn Veranstaltungen und einem Jazz-Festival findet zum 7. Mal ein intern. Cembalo-Wettbewerb und zum 1. Mal ein Klavierwettbewerb statt. Informationen ¸ber: Festival van Viaanderen Eugen Flageyplein 18, B-1050 Br¸ssel Tel.: 00 321216 48 14 84 Unioninkatu 28. SF 00100 Helsinki 10 Tel.: 0 03 5810165 96 88 HOLLAND Holland-Festival: Juni - Oktober 1983 In Utrecht findet vom 26. August bis 4. September das ,,Festival der Fr¸hen Musik" mit Konzerten der Musica Antiqua Kˆln, Les Mencstrcls, dem Huclgas Ensemble und dem Collcgium Vocalc, Gent, statt. Fast t‰glich wird G. B. Pergolesis ,,La serva padrona" in historischen Kost¸men aufgef¸hrt. Parallel zu den Konzertveranstaltungen finden Ausstellungen (Japanische Kunst), Theater- und Filmvorf¸hrungen sowie Pop-Konzerte statt. Informationen ¸ber: Holland Festival Willemsparkweg 52, NL-1071 HJ Amsterdam Tel.: 00 31120172 50 55 BUDAPEST Budapester Musikwochen: 25. September - 27. Oktober 1983 Die Budapester Musikwochen werden mit einem Bartˆk- und Kod‰ly-Programm des Staatlichen Ungarischen Sinfonieorchesters unter der Leitung von J‰nos Ferencsik erˆffnet. Die Tage vom 1 .--10. Oktober sind der zeitgenˆssischen Musik gewidmet (u. a. mit einem Gastspiel des Ensemble InterContemporain, dem Ensemble Moderne. Kˆln und dem Alban Berg Quartett). Vom 3.-16. 9. 83 findet im Rahmen der Musikwochen ein Orgel-Wettbewerb ,,In Mcmoriam Liszt Fcrcnc" statt. Informationen ¸ber: Office of Intern. Music Competions and Festival P.O.B. 80, H-1366 Budapest Tel.: 00 3611117 62 22 Richard Wagner findet in diesem Jahr eine konzertante Auff¸hrung von ,,Tristan und Isolde" im groflen Saal des Bruckncrhauscs statt, bei der Rene Kollo den ,,Tristan" und Ute Vinzing die ,,Isolde" singen wird. Den Werken von Bruckner (Sinfonien, Messen, Te Deum) wird in diesem Jahr das Werk von Johannes Brahms zur Seite gestellt (Sinfonie Nr. 2. Sonaten f¸r Klavier und Violine, Ein deutsches Requiem). Christa Ludwig wird ausgew‰hlte Lieder von Brahms und Wolf vortragen, begleite! von Eric Werba. Die Moderne wird durch Martinu, Hcnzc (Urauff¸hrung eines Capriccio f¸r Violoncello solo durch Heinrich Schiff) und Penderecki vertreten sein. Ausk¸nfte ¸ber: Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH (LIVA)I Kartenb¸ro Brucknerhaus Untere Donaul‰nde 7. A-40I0 Linz Tel.: 00 4317 3217 52 25 MONTREUX-VEVEY 38. Festival de Musique: 27. August - 2. Oktober 1983 Das Festival wird am 27. 8. mit einem Konzert des Collegium Musicum Z¸rich erˆffnet, wobei Mstislav Rostropowitsch der Solist ist (27. und 28. 8.). Die Reihe der Kammermusikvcranstaltungen wird vom Tokyo String Quartet (2. 9.). dem Bcaux-Arts Trio (12. und 14. 9.) und den Solisti Vcneti (Dirigent: Claudio Scimone) fortgesetzt. Neben der Staatskapcllc Dresden und dem Concertgebouw Orchester Amsterdam gastiert das Orchester der Leningrader Oper. Daneben findet vom 26.8.-1.9. der 10. ClaraHaskil-Wettbewerb statt. Informationen ¸ber: Festival de Musique Montreux-Vevey Avenue des Alpes 14, CP 124 CH-1820 Montreux Tel.: 00 41121163 12 12 (17. 7.) und Nicolai Gedda (1. 9.) Lieder- und Arienabende. Aus Anlafl des 65. Geburtstages von Gottfried von Einem sind f¸nf Abende dem Werk des Komponisten gewidmet (30. 6.-3. 7.) Musikseminare. Vortr‰ge. Workshopveranstaltungen und Ausstellungen runden das vielf‰ltige Programm ab. Ausk¸nfte und Karten ¸ber: Sekretariat Carinthischer Sommer A-9570 Ossiach Tel.: 00 43/42 43i5 10 und 5 02 SALZBURG Salzburger Festspiele: 26. Juli - 30. August 1983 Die Erˆffnungspremiere der Salzburger Festspiele wird die Oper ,,Der Rosenkavalier' sein, bei der Herbert von Karajan Regisseur und Dirigent ist. Es singen u. a.: Anna Tomowa-Sintow (Marschallin), Kurt Moll (Baron Ochs). Agnes Baltsa (Octavian), Gottfried Hornik (Faninal) und Janet Pcrry (Sophie), es spielen die Wiener Philharmoniker. Die Oper wird (wie auch ,,Idomeneo". ,,Cosi fan tutte" und ,,Fidclio") sechsmal aufgef¸hrt. James Levine wird am 28. 7. erstmals Mozarts ,,Idomenco" in der Neuinszenierung und Ausstattung von Jean-Pierre Ponnelle dirigieren. Luciano Pavarotti wurde f¸r die Titelpartic verpflichtet, auflerdem singen u. a. Elizabeth Connell (Elettra), Lucia Popp (Ilia) und Tatjana Trojanos (Idamante), es spielen die Wiener Philharmoniker. Aus dem Vorjahr werden die Opern ,,Cosi fan tutte" (Riccardo Muti), ,,Fidclio". (Lorin Maazel) und ,,Die ZauberflˆJe" (James Levine) ¸bernommen. Neben insgesamt vierzehn Orchesterkonzerten (u. a. Wiener und Berliner Philharmoniker, London Symphony Orchestra). Mozart-Matineen, Serenaden. Kammer- und Solistenkonzerten, neun Liederabenden und zwei Abenden mit spanischen Liedern und Arien (Pilar Lorengar/Placido Domingo. 19. und 21. 8.), veranstaltet die Wiener Staatsoper am 13., 18. und 23. 8. ein BallettGastspiel mit Ravels ,,Daphnis und Chloe" und Strawinskys ,,Der Feuervogel" (Choreographie John Ncumcicr, Ausstattung J¸rgen Rose). Aus Anlafl des 110. Geburtstags von Max Reinhardt wird Ernst Hacusserman den ,,Jedermann" mit Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle und Marthe Keller als Buhlschaft neu inszenieren, wobei eine Auff¸hrung f¸r das Fernsehen aufgezeichnet wird. Am 27. 7. hat Moliercs Schauspiel ,,Dom Juan" in der Inszenierung von Ingmar Bergman und Michael Degen in der Hauptrolle Premiere. Informationen und Karlen ¸ber: Kartenb¸ro der Salzburger Festspiele Festspielhaus, Postfach 140, A-5010 Salzburg Tel.: 00 43/62 2214 25 41 GLYNDEBOURNE Glyndebourne-Festival: 26. Mai - 10. August Das Opern-Festival von Glyndebournc bietet in diesem Sommer Werke von Mozart. Rossini, Strauss und Prokoficff. W‰hrend der Monate Mai und Juni standen Mozarts ,,Idomenco" und ,,Die Entf¸hrung aus dem Serail" auf dem Programm, im Juni und Juli wird R. Strauss' ,,Intermezzo" und im August Rossinis ,,Cencrcntola" und Prokoficffs ,,Die Liebe zu den drei Orangen" (in franzˆsischer Sprache) aufgef¸hrt. Die Solistenbesetzung nennt eine Reihe junger britischer S‰nger und S‰ngerinnen, die hier die Mˆglichkeit haben, beim Glyndbourne-Festival zu deb¸tieren und sich einem internationalen Opernpublikum vorzustellen. Informationen und Karten ¸ber: Glyndebourne-Festival Lewes, East Sussex, BN8 5 UU Tel.: 00 4412 73181 23 21 INNSBRUCK Festwoche der Alten Musik: 21. - 27. August 1983 W‰hrend der Festwoche f¸r Alte Musik werden Meisterkursc f¸r Cembalo, Clavicord, Gambe und Barockvioline abgelaltcn. wie auch Seminare ¸ber Intcrpretations- und Auff¸hrungspraxis des 16. und 17. Jahrhunderts. Auff¸hrungsort von Konzerten und Kammermusikabenden ist Schlofl Ambras bei Innsbruck. Wie schon im Vorjahr, so steht auch in diesem Sommer eine Oper des in Vergessenheit geratenen Komponisten Pi tro Antonio Cesti auf dem Programm (,, "itus"). Regie f¸hrt die Amerikanerin Sh ley Wynnc, die musikalische Lcitui hat Alan Curtis. In] 'rtnationen ¸ber: An- 'iraser Schloflkonzerte Blauus-Hueber-Str. 12, A-6020lnnsbn k LUDWIGSBURG Ludwigsburger Schlofl-Festspiele: Mai - Oktober 1983 Im Juli finden insgesamt 12 Veranstaltungen im Ludwigsburger Schlofl statt. An sechs Abenden wird Mozarts Oper ,,Titus" aufgef¸hrt und einmal Cavallis Oper ,,L'Ormindo". Rudolf Buchbinder und die Br¸der Paratore geben Klavierabende, Dietrich Fischcr-Dieskau singt ,,Unrcvealed". eine Komposition von Aribert Reimann f¸r Bariton und Streichquartett. Im Monat August finden keine Konzerte statt, im September gastiert u. a. das Alban Berg Quartett, das Philip Jones Brass Ensemble und die Philharmonischen Cellisten Kˆln. Am 1. und 2. Oktober finden die beiden letzten Konzerte mit Lynn Harrell und Michel Beroff statt, die an zwei Abenden Beethovens s‰mtliche Sonaten f¸r Cello und Klavier spielen werden. Informationen und Karten ¸ber: Ludwigsburger Schloflfestspiele Postfach 1022, 7140 Ludwigsburg Tel.: 0 71 41/2 80 00 M‹NCHEN M¸nchner Opernfestspiele: 6. - 31. Juli 1983 Die M¸nchner Opernfcstspiele werden mit der Neuinszenierung von Richard Wagners ,,Rienzi". die Wolfgang Sawallisch dirigiert, erˆffnet. Rene Kollo singt die Titelpartie (6. 7.. 12. 7. und 19. 7.). Am 9. 7. steht Wagners fr¸he Oper ,,Das Liebesverbor, am 25. und 26. 7. die konzertante Auff¸hrung von ,,Die Feen" auf dem Spielplan. Mit ,,Orpheus und Eurydike" von Gluck und ,,Don Pasqualc" von Donizetti werden zwei Opern, die in den vergangenen Monaten Premiere hatten, in das Festspielprogramm ¸bernommen. Carlos Kleiber dirigiert am 10. und 24. Juli den ..Rosenkavalier" und Puccinis ,,La Boheme" mit Mirella Freni als Mimi und Luciano Pavarotti als Rodolfo (14. und 17. 7.). Im Cuvillics-Thcatcr kommt als Wiederaufnahme Mozarts ,,Titus" zur Auff¸hrung (26., 28. und 30. 7.) sowie Brittens ,,The turn of the screw" (Premiere war im Juni) am 8. und 13. 7. Die Solisten der Liederabende sind Hermann Prey (11. 7.), Margaret Price (15. 7.).dicvon Wolfgang Sawallisch am Fl¸gel hegleitet werden sowie Helen Donath mit Klaus Donath als Begleiter (17. 7.). Die drei Sonntagsmatinccn enthalten ein Brahms-Liederprogramm mit Dietrich Fischcr-Dieskau (10.7.), eine KlavierMatinee mit Daniel Barenboim (24.7.) und ein Konzert des Bayer. Staatsorchesters mit den Solisten Olcg Kagan, Natalja Gutman und Andre Watts. Dirigent ist Wolfgang Sawallisch. Karten und Informationen ¸ber: Festspielkasse der Bayer. Staatsoper Maximilianstr. 11. 8000 M¸nchen 22 Tel.: 0 89122 13 16 DUBROVNIK Dubrovnik-Festival: 10. Juli - 25. August 1983 W‰hrend des 34. Dubrovnik Festivals finden in der Altstadt an insgesamt 46 Freiluftb¸hnen Theater-, Ballett- und folkloristischc Tanzauff¸hrungen statt, daneben auch Mitternachtsscrenaden und ein Podium f¸r junge Musiker. Aufler Rossinis ,,Barbier von Sevilla" mit dem Festival Opern Ensemble und Prokofieffs ,,Romeo und Julia" werden neben einheimischen K¸nstlern auch intern, bekannte Solisten zu hˆren sein, so z. B. Kagan/Gutman, Christoph Eschenbach/Justus Frantz, Henryk Szcryng, Han de Vrics und Philippe Entremont. Informationen ¸ber: Dubrovnik Summer Festival Od Sigurate 1. Dubrovnik Tel.: 00 3815012 79 96 und 2 79 97 JERUSALEM Israel-Festival: 20. Juli - 20. August 1983 Neben der klassischen Musik kommen bei n Israel-Festival auch Theater-, Ballett-, moderner Tanz, Jazz und Pantomime zur Auff¸hrung. Prominentestes einheimisches Orchester ist nat¸rlich das Israel Philharmonie Orchestra, das zusammen mit dem Jerusalem Symphonie Orchestra eine Reihe von Konzerten gibt. Ausk¸nfte ¸ber: The Israel Festival, Binvanev Ha'ooma P.O.B. 6001, 1-Jerusalem 91060 Tel.: 0 09 7212124 71 81 GRAZ Steirischer Herbst: 11. - 25. September und 3 . - 2 3 . Oktober 1983 Neben Theatcrauff¸hrungcn, Ausstellungen und Symposien findet vom 6.-9. 10. die Veranstaltungsreihc ..Musikprotokoll" mit Lr- und Erstauff¸hrungen von Luciano Bcrio, Wolfgang Rihm, Friedrich Ccrha, Hans Werner Hcnze u. a. statt. Ausk¸nfte ¸ber: Steirischer Herbst Mandellstr. 38, A-8010 Graz Tel.: 00 4313 1617 30 07 LUZERN Internationale Musikfestwochen: 17. August - 10. September 1983 Die diesj‰hrigen Luzerner Musikfestwochen bieten neben Kammermusikabenden (Brandis Quartett, Festival Strings Luzern, Tokyo String. Alban Berg Quartett) Orchesterkonzerte mit der Staatskapelle Dresden (Herbert Blomstedt). dem Israel Philharmonie Orchestra (Zubin Metha), den Berliner und Wiener Philharmonikern (Herbert von Karajan, Lorin Maazel) sowie dem Concertgebouw Orchester Amsterdam (Bernard Haitink). Am 3. 9. wird das Orchestre de Paris unter der Leitung von Daniel Barenboim den 2. Akt von ,,Tristan und Isolde" mit Rene Kollo (Tristan), Johanna Meier (Isolde), Brigitte Fassbaendcr (Brang‰ne) und Matti Salminen (Marke) u. a. konzertant auff¸hren. Am 25. 8. gibt Peter Schreier begleitet von Walter Olbertz einen Liederabend mit Werken von Brahms und Schubert. Gert Westphal ¸bernimmt dabei die Rolle des Sprechers. Weitere Solistenkonzerte geben u. a.: Ivo Pogorclich (8. 9.). Maurice Andre (30. 8.). Claudio Arrau (18. 8.), Vladimir Ashkcnazy(17. 8.) sowie Anne-Sophie Mutter und Antonio Mencses (20. 8.). Informationen und Karten ¸ber: Intern. Musikfestwochen Postfuch 424, CH-6002 Luzern Tel.: 00 41141123 35 62 EDINBURGH Edinburg-Festival: 21. August - 10. September 1983 Das Programm der diesj‰hrigen Edinburger Festspiele enth‰lt wieder eine reichhaltige Auswahl von Opcrnabcnden, Konzerten. Solistenabenden, Theaterauff¸hrungen und Ausstellungen. Es gastieren u . a . Das Opera Theatre of St. Louis (USA) und die Hamburger Staatsoper, die zwei ZemlinskyOpcrn (,,Eine florentinische Tragˆdie" und ,,Der Geburtstag der Infantin") sowie Mozarts ,,Zauberflˆte" auff¸hren wird. Aus Anlafl des Wagner-Jahres wird das London Symphony Orchestra unter Claudio Abbado Ausz¸ge aus ,,Lohcngrin" konzertant auff¸hren. Die Solisten sind: Rosalind Plowright (Eva). Eva Randova (Ortrud), Siegfried Jerusalem (Lohengrin), Sergej Leiferjus (Tclramund) und Robert Lloyd (Kˆnig Heinrich); es singt der Edinburger Festival Chor (24. 8.). Informationen und Karten ¸ber: Festival Ticket Office 21, Market Street, Edinburgh EM 1BW Tel.: 00 4413112 25 57 66 HELSINKI Helsinki-Festival: 25. August - 9. September 1983 Bei den Orchesterkonzerten stehen Gastspiele der Staatskapelle Dresden unter Herbert Blomstcdt und des London Symphony Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado auf dem Programm, das mit Schˆnberg (Gurrclicder) und Brittcn (War Requiem) Musik des 20. Jahrhunderts zum Thema hat. Auflerdem gastieren das Opernensemble der Bad Hersfelder Festspiele mit Montcvcrdis ,,Orfeo" und zahlreiche Ensembles und Solisten (Lcs Pcrcussions de Strasbourg. The English Concert, Martha Argerich. Christian Altenburger, Oleg Kagan u. a.) Ausk¸nfte und Kartenbestellungen ¸ber: Helsinki Festival LILLE Festival de Lille: 14. Oktober - 30. November 1983 Thema der Musikvcranstaltungen ist in diesem Jahr ,,Liturgie und Mythologie", wobei die Oper von Pierre Henry ,,Le Livre des Morts" (Das Totenbuch) zur Auff¸hrung gelangt. Gleichzeitig sind zu diesem Thema Ausstellungen (‰gypt. Kunst), Filme und Ballcttvorf¸hrungen vorgesehen. Informationen ¸ber: Festival de Lille 17, Quai du Wault, F-59800 Lille . Tel.: 00 33120130 39 53 OSSIACH Carinthischer Sommer: 26. Juni - 28. August 1983 Die Veranstaltungen des Carinthischen Sommers finden sowohl in Ossiach (Stiftskirche und Barocksaal) als auch in Villach (Kongreflhaus) statt. Neben Opernauff¸hrungen (u. a. ,,Der verlorene Sohn" von B. Britten, Gastspiel der Opera Comica Italiana, Crcmona, ,,Die vier Grobiane" von Wolf-Ferrari), Klavierabenden (Rudolf Buchbinder, 19. 7., Brigitte Engerer 9. 8.). Orchesterkonzerten (Pr‰ger Sinfoniker. Ungarische Nationalphilharmonie. Slowenische Philharmonie) und Orgel- und Cembalokonzerten, geben Christa Ludwig (30. 6.). Rcnafa Scotto (13. 7.). Carlo Bergonzi (11. 7.), Walter Berry BREGENZ Bregenzer Festspiele: 20. Juli - 21. August 1983 Auf der Seeb¸hnc findet in diesem Sommer eine Auff¸hrung von ,,Kiss me, Kate" von Cole Porter statt. Inszenierung: Kurt Pscherer, Choreographie: Wiliam Milic. Peter Falk wird die Wiener Sinfoniker dirigieren. Im Festspielhaus kommt C M . v. Webers ,,Freisch¸tz" zur Auff¸hrung. Der Dirigent ist Adam Fischer, es spielen die Wiener Sinfoniker, es singt der Chor der Wiener Volksopcr. Die Solisten sind u. a. Sona Ghazarian. Gabriele Ben‰ckov‰-Cap und Karl Ridderbusch. VERONA Festival dell'Opera Lirica: 7. Juli - 31. August 1983 In der Arena von Verona finden in diesem Sommer Auff¸hrungen von ,,Aida", ,,Turandot". ,,Madame Butterfly" und ,,Excclsior" von Romualdo Marenco statt. Bei Redaktionsschlufl lagen uns leider noch keine endg¸ltigen Besetzungslisten vor, die verbindlich erst 4 Wochen vor Beginn der Festspiele herauskommen. Informationen und Karlen ¸ber: Ente Lirico Arena di Verona Piazza Br‰. 1-37121 Verona Tel.: 00 39145/2 35 20 und 2 22 65 BERLIN Berliner Festwochen: 31. August - 2. Oktober 1983 Bei den 33. Berliner Festwochen wird die Junge Deutsche Philharmonie vom 9.-11. September das Gesamtwerk Anton Webcrns vorstellen. Das Wochenende vom 23724. 9. ist dem Komponisten Gyˆrgy Ligeti gewidmet, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert. Im ,,Komponistenportr‰t Gyˆrgy Ligeti" wird er seine Werke selbst vorstellen und LINZ Internationales Brucknerfest: 4. September - 2. Oktober 1983 Aus Anlafl des 100. Todestages von 26 27
OPERFonoForum Juli 1983 F÷NO-KRITIK Fertigung: Einwandfrei (DMM-‹berspielung). Vergleichseinspielung: Colosseum SM 640, Saxophon-Recital Iwan Roth (f¸r Milhaud und Francaix). ach einem ausgepr‰gten ,,internationalen" Programmstart (BIS 159) widmet der finnische Meistersolist seine zweite LP nun den nationalen, franzˆsischen Beitr‰gen zur Spezialliteratur dieses Instrumentes. Das hat insofern seine besondere Berechtigung, da Frankreich als das Geburtsland des Saxophones (1946 Patentanmeldung durch Adolphe Sax) im engeren Sinne auch die Heimat des ,,klassischen" Saxophons geblieben ist. Die Reihe prominenter Komponistennamen geht von Berlioz ¸ber Bizet, Saint-Saens, Debussy und Ravel bis zu den modern-konservativen Vertretern des 20. Jahrhunderts auf der vorliegenden Platte. Stilistisch verr‰t die Auswahl der St¸cke der klavierbegleiteten Kammermusik einen deutlichen Trend des inzwischen f¸hrenden Instrumentes der Jazz- und Unterhaltungsmusik zum konzertant Rhythmisch-Elementaren. F¸r den, Pianissimo wirkt es gek¸nstelt und produziert sogar metallische (Klappen-?)Resonanzschwingungen des Buffet-Crampon-Instrumentes mit wechselnder Obertonf‰rbung. Das sollte auf gar keinen Fall kultiviert werden. Insgesamt gewinnt mit dieser Verˆffentlichung das Konzertsaxophon deutlich an Gewicht im Schallplattenkatalog. Gerhard Patzig WIEDERVER÷FFENTLICHUNGEN Eduard Wollitz (Bafl), u.a.; deutsche harmonia mundi DMR 1010-12 (3 S 30) Aufnahmedatum: 1956 - 1958, 1960 - 1961, 1965,1967-1968 er zweite Block der Editionsreihe des Deutschen Musikrats zur Neuen Musik in der Bundesrepublik verdeutlicht sowohl den Anspruch, Umfang als auch die Problematik dieses Unternehmens. Soviel l‰flt sich aber schon absehen, die Reihe ist sicher eine der verdienstvollsten ihrer Art und f¸llt eine L¸cke auf dem Plattenmarkt. Mehr und mehr wird die Bedeutung der Begleithefte nun sichtbar. Die mit einer allgemeinen Einf¸hrung, Komponistenportr‰ts plus Werkeinf¸hrungen, Werkverzeichnissen und Literaturangaben ausgestatteten B‰nde sind als Hilfe gerade in diesem theoriefreundlichen bis -besessenen Jahrzehnt sehr notwendig, dekken als Informationsquelle aber nicht alles ab. Die Einf¸hrungstexte von Wulf Konoid (Nr. 3) und Albrecht Riethm¸ller (Nr. 4) h‰tten als problematisierende Essays ruhig noch ausgiebiger sein kˆnnen. Versucht Konoid klare Linien habungen der neuen Technik sind, hˆrt man allerdings doch deutlich. Die vˆllige Auflˆsung traditioneller musikalischer Sprachformen, Radikalisierung und Verfremdung sind mindestens ebenso vernehmbar in den drei experimentellen Vokalwerken (Helms/Otte, Schnebel, Kagel). Hier sind Linien -- auch im Einbezug szenischer Elemente - sichtbar, die direkt in den Schmelztiegel der sechziger Jahre weisen. Die schon an dieser Stelle einmal angemerkten Schwierigkeiten mit der Gattung O p e r bestehen ebenfalls. Es kann nur bei der repr‰sentativen Auswahl von Szenen bleiben. Mit Zillig und Fortner sind dabei zwei Komponisten einer mittleren G e n e ration vertreten, die einen eigenen, durchaus an traditionelleren Musikformen orientierten Weg gingen. Zimmermanns Vokalsinfonie aus den ,,Soldaten" verdeutlicht demgegen¸ber die Bedeutung dieses Werkes und auch seines Komponisten. Beim Hˆren im Zusammenhang der Kassetten wird klar, dafl hier eine beeindruckende Synthese aus neuesten Kompositionstechniken und Ausdrucksst‰rke gelungen ist. Breiten R a u m nehmen verdientermaflen jene Komponisten ein, die nicht einer ¸bergreifenden Schule folgen, denen aber gemeinsam das Suchen nach Expressivit‰t, nach der Weiterentwicklung ¸berlieferter musikalischer Sprachformen ist und die sich zum Teil auch auf Webern berufen kˆnnen. In der Sparsamkeit der Mittel ist besonders R e i m a n n , modifiziert auch Killmayer zu nenn e n , deren Werke mir neben denen von Henze und Engelmann die wichtigsten der beiden Kassetten sind. Schliefllich ist mit Hˆller, Borris, G e n z m e r , E r b s e , Baur und auch B¸chtger der Bereich einer sogenannten ,,gem‰fligten Modern e " gut dargestellt, ¸ber deren Stellung man wohl am schwierigsten zu richten h‰tte. Wer will etwa das lebendige Flˆtenkonzert von Genzmer gegen Kagels sprˆdes ,,Anagrama" richtig aufwiegen? N D stin), Chor der Ungarischen Staatsoper, Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens, Ferenc Nagy, L‰szlˆ Cs‰nyi, Orchester der Ungarischen Staatsoper, J‰nos Ferencsik; Hungaroton SLPX 12187/89 (3 S 30) Aufnahmedatum: 1982 Klangbild: Breites Panorama, gut gestaffelt und recht pr‰sent. Fertigung: Einwandfrei. Neue Musik (65)) Spektrum der f¸nfziger Jahre. ZEITGEN÷SSISCHE MUSIK IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND (Folge 3): FORTNER, Bluthochzeit (I. Akt, 3. und 4. Bild), ZIMMERMANN, Die Soldaten (Vokalsinfonie), RIEDL, Musique concrete Studie Ia, Ib, KOENIG, Klangfiguren II, STOCKHAUSEN, Gesang der J¸nglinge, HEISS, Elektronische Kompositionen I, EIMERT, F¸nf St¸cke, ERBSE, Sonate f¸r 2 Klaviere op. 3, BAUR, Quintetto sereno, KILLMAYER, Sappho, REIMANN, F¸nf Gedichte von Paul Celan; Natalie Hinsch-Grˆndahl, Anny Schlemm, Lmmy Lisken, Hildegunt Walther, Ernst Grathwol, Wilhelm Otto, Chor der Oper der Stadt Kˆln, G¸rzenich-Orchester Kˆln, G¸nter Wand, Edith Kertesz-Gabry, Barbara Scherler, Gwendolyn Killebrew, Anton de Ridder, Claudio Nicolai, Harald Stamm, Rundfunk-Sinfonie-Orchester Kˆln, Hiroshi Wakasugi, Horst Gˆbel (Klavier), Phillip Moll (Klavier), Bl‰serquintett des S¸dwestfunks, Anja SUja (Sopran), Rundfunk-Sinfonie-Orchester Stuttgart, Wilhelm Killmayer, Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton), Aribert Reimann (Klavier); deutsche harmonia mundi DMR1007-09 (3 S 30) Aufnahmedatum: 1956-1958,1961,1967,1978, 1981 Klangbild: Durchgehend zufriedenstellend. Fertigung: Einwandfrei. ZEITGEN÷SSISCHE MUSIK IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND (Folge 4): HENZE, Nachtst¸cke und Arien, STOCKHAUSEN, Gruppen f¸r drei Orchester, HELMS/OTTE, daidalos (3. Szene), SCHNEBEL, Deuteronomium 31,6, KAGEL, Anagrama, ZILLIG, Die Verlobung in St. Domingo (Ausschnitt), KLEBE, Raskolnikows Traum, H÷LLER, Serenade, BORRIS, Partita f¸r Cembalo op. 67 Nr. 1, B‹CHTGER, Die Verkl‰rung, GENZMER, Konzert f¸r Flˆte und Orchester, ENGELMANN, Ezra Pound Music op. 21; Edda Moser (Sopran), Rundfunk-Sinfonie-Orchester Kˆln, Christoph von Dohn‰nyi, Rundfunk-Sinfonie-Orchester Kˆln, Karlheinz Stockhausen, Bruno Maderna, Pierre Boulez, Marie-Therese Cahn (Gesang), Josephine Hendick (Gesang), Helmut Melchert (Gesang), William Pearson (Gesang), Christoph Caskel (Schlagzeug), Siegfried Rockstroh (Schlagzeug), Evelin Summer (Harfe), Karl-Heinz Bˆttner (Gitarre), Alfons und Aloys Kontarsky (Klavier), Hans Otte, Stuttgarter Schola Cantorum, Clytus Gottwald, Gertie Charlent (Sopran), Marie-Therese Cahn (Alt), Alfons Holte (Bariton), Zeiiisri Mirck n: der K uidesrcpublik IVNdMd l.i~ii." /immermann I´ .∑.:∑ Iv -nig v w i . .-.ni ∑ Heid = 1 I '∑∑-" I * * KiHmajer 3 I960 der Aktualit‰t sch‰tzt, erweist sich Milhauds ,,Brazileira" aus der Scaramouche-Suite heute (1983) gar als ideale Aerobic-Musik. Kurz, Pekka Savijokis Saxophonportr‰t gibt sich durchg‰ngig virtuos-locker, entspannt, rhythmischvital und pr‰gnant, seltener melancholisch und ‰therisch. Daf¸r ist jedoch ein Klavierpartner erforderlich, der pianistische Technik mit entsprechend modernem, t‰nzerischem Stilempfinden zu verbinden weifl. Es verdient Beifall, mit welcher Brillanz und mitreiflenden Zuverl‰ssigkeit Margit Rahkonen (1976 ,,Master of Music" an der Juillard-School) alle St¸cke im k¸nstlerisch richtigen Griff hat. Das Zuhˆren macht Spafl. Eine raffinierte Baflanhebung des Produzenten und Mischpulttechnikers Robert von Bahr weckt gelegentlich die Illusion eines mitwirkenden Zupfbasses. Die Musik vertr‰gt das. Das lyrische Moment bringen Saxophon und Klavier (ein grofler Bˆsendorfer-Fl¸gel) souver‰n in den langsamen S‰tzen von Iberts ,,Geschichten" - mehr Stimmungsbilder und Impressionen ohne Entwicklung und Dramatik - zum Ausdruck. ,,Im Trauerhaus", ,,Verlassener Palast", ,,Kristallk‰fig" und ‰hnlich lauten die Satzbezeichnungen. Stˆrfaktor ist allerdings ein sehr charakteristisch ausgepr‰gtes, weitschwingendes Vibrato des Bl‰sers. Ist das eine Konzession an die traditionelle Saxophonschule Marcel Mules am Pariser Conservatoire? Vor allem im 54 zu ziehen und die Entwicklung der seriellen Musik als eine sich anbietende Richtschnur zu nehmen - wobei einige in der dritten Kassette vertretenen Kompositionsrichtungen ganz unerw‰hnt bleiben - , so versucht Riethm¸ller eine kurze Rezeptionsgeschichte der Avantgarde. Man mˆchte zwar kaum auf die guten und ausf¸hrlichen Texte zu einzelnen Werken verzichten, durch umfassende Darstellungen w‰re aber besser die ‰sthetische Diskussion der Zeit in den Griff zu b e k o m m e n . Auf die umfangreichen Auseinandersetzungen um serielle und elektronische Musik wird so kaum eingegangen, bei Werkeinf¸hrungen fl¸chtet man sich h‰ufig hinter die technisierenden Beschreibungen der Komponisten selbst. Erfreulich an der Auswahl ist, dafl keine Dokumentation ausschliefllich der seriellen oder elektronischen Musik entstanden ist. Diese steht fast am R a n d e . Der Jury ist es gelungen, ein breites Spektrum wichtiger bzw. repr‰sentativer Werke und Komponisten auf zwˆlf Plattenseiten zu bringen. Gewisse Abschnitte lassen sich erkennen. Vom Materialstand im Adornoschen Sinn in vorderster Linie steht dabei die elektronische Musik als die Neuentdeckung der f¸nfziger Jahre schlechthin. Zusammen mit Stockhausens ,, G r u p p e n " wird damit auch der Bereich der punktuellen, mechanisierten Musik abgedeckt. D a fl viele Kompositionen (Eimert, Heiss, Riedl) eher Versuchsanordnungen als souver‰ne Hand- erade unter Ber¸cksichtigung der seit geraumer Zeit in Ungarn laufenden Kod‰lyRetrospektive war eine Stereo-Neuproduktion des ,,H‰ry J‰nos" l‰ngst f‰llig geworden. J‰nos Ferencsik selbst, der Doyen unter den ungarischen Kapellmeistern der Gegenwart und schon immer f¸r Kod‰lys Schaffen engagiert, hat vor mehr als zwei Dezennien eine Mono-Aufzeichnung des Werkes (Oualiton, 3 LPs) aufgenommen, wobei ihm die Solisten und der Chor der Ungarischen Staatsoper sowie die Budapester Philharmoniker zur Verf¸gung standen. Im Jahre 1969 gab es dann unter Istv‰n Kertesz' Leitung eine zweite, freilich arg verk¸rzte Einspielung (Decca SET 399/400, 2 LPs) mit englischen Zwischentexten und kabarettistisch gew¸rzten Einlagen seitens des ,,Erz‰hlers" Peter Ustinov. Von dieser, im Zusammenhang mit den Edinburger Festspielen zustandegekommenen Fassung heiflt es in einem kritischen ,,FonoForum"Res¸mee vom Januar 1970: ,,Ein Mordsspafl, allerdings nur f¸r den, der bereit ist, eine von parodistischen Gags nur so strotzende, manchmal auf Kosten der Musik ¸berdrehte Version des Werkes zu akzeptieren. Und f¸r den, der bereit ist, zur Musik von Kod‰ly einen englischen Theaterabend hinzunehmen oder genieflen zu wollen" (mit ungarischen Solos‰ngern, einem britischen Chor und dem London Symphony Orchestra kommt die Musik als solche bei Kertesz zutreffend zum Klingen). Mit der jetzt publizierten Neuaufnahme kn¸pfen Die Interpretationen sind durchweg gut und oft Ferencsik und das ungarische K¸nstlerteam an historisch interessant. Bleibt noch ein Wort zur die fr¸here Mono-Einspielung an. Im PlattentaAuswahl, so kleinlich sich auch dieses ausnehschenkommentar wird nicht vers‰umt, ausm e n mag, aber wo sonst w‰re der richtige Platz dr¸cklich darauf hinzuweisen, dafl es sich hier nochmals das Problem erg‰nzend anzusprechen. um die erste wirklich vollst‰ndige Aufnahme des So l‰flt sich fragen, ob Henze nicht besser durch ,,H‰ry J‰nos" handelt, weil erstmals auch die einen Opernausschnitt vertreten gewesen w‰re, Ouvert¸re sowie mehrere andere St¸cke (ein etwa aus der Urfassung des ,,Kˆnig Hirsch". F¸r Lied, eine Pantomimenmusik, eine Marsch-PerTeil 5 ist kein Titel von ihm angek¸ndigt. Z u m siflage) eingef¸gt ist. Da zeigt sich nun in aller Zweiten bleibt der Bereich einer Fusion von Jazz Deutlichkeit, dafl dieses nationale Liederspiel, und Kunstmusik ausgespart. Dies h‰tte durch keineswegs blofl komische Z¸ge beinhaltend, ein St¸ck von Heinz Werner Zimmermann, keines modischen Aufputzes bedarf, um Wirdessen Fehlen nicht ganz einzusehen ist, gut kung zu tun, und dafl man ihm die spezifische b e h o b e n werden kˆnnen. Andreas Jaschinski Atmosph‰re hundertprozentig belassen mufl. ,,Die Abenteuer des H‰ry J‰nos von Nagyabony bis zum Burghof", ein Singspiel in vier Abenteuern mit Vorspiel und Nachspiel - so lautet der NEUVER÷FFENTLICHUNGEN Titel von Kod‰lys Opus 15 (Libretto von Bela Paulini und Zsolt Hars‰nyi). Nicht von ungef‰hr hat ihn dieser Stoff sogleich stark ber¸hrt. Der ,,Held" des Ganzen ist gar nicht mal so sehr ein M¸nchhausen-Typ, eher vielleicht ein Schw‰rmer und Phantast; aber neben seinen Tr‰umen, seinen Aufschneidereien birgt dieses Werk mancherlei Realit‰t, ja sogar eine betr‰chtliche Portion an Sozialkritik in sich. Es ist nur zu begreifKod‰lys ,,H‰ry J‰nos" in authentischer lich, dafl f¸r das Musiktheater Kod‰ly einen ganz Interpretation. eigenen Weg einschlagen muflte; hier ging es ihm darum, ,,den ungarischen Bauern selbst auf die KODƒLY, Die Abenteuer des H‰ry J‰nos B¸hne zu stellen, zusammen mit seinen Lie(Gesamtaufnahme in ungarischer Sprache); S‰n- dern". Diese ,,Abenteuer" wollen also nicht dor Sˆlyom Nagy (H‰ry J‰nos), Klara Tak‰cs etwa blofl als M‰rchen oder als Burleske verstan(÷rzse), Maria Sudlik (Kaiserin), Bal‰zs Pˆka den sein; sie k¸nden vielmehr stets vom Schick(Napoleon), Katalin Meszˆly (Marie-Luise), sal des Volkes, des ungarischen Bauernstandes. Jozsef Gregor (Marci), S‰ndor Palcsˆ (Ebela- G Da ist die Integrierung von Volksliedern in hˆherem Sinne gerechtfertigt. ‹ber die im ,,H‰ry J‰nos" verwendeten Lieder hat sich Kod‰ly folgendermaflen ge‰uflert: ,,Es sind Perlen, nur ihre Fassung ist die meine. Ich war bem¸ht, dafl sie ihrer w¸rdig sei." So ist diese Schˆpfung zu einem Opus sui generis avanciert: einem Opus jedenfalls, das auf der Musikb¸hne eigentlich weder Vorg‰nger noch Nachfolger gehabt hat. Und seine Rezeptionsgeschichte demonstriert das Faktum, dafl es auflerhalb Ungarns nirgends recht hat Fufl fassen kˆnnen. (Unter den zeitlich letzten Einstudierungen in der deutschen Theaterregion seien die Auff¸hrungen in Ostberlin (Felsenstein, 1973) und in Hannover (Liebeneiner, 1974) erw‰hnt. Diese ungarische Neuaufnahme pr‰sentiert die Urgestalt des Werkes, wie sie Kod‰ly gemeint hat, wobei nicht weniger als 21 kleinere Sprechrollen zu besetzen sind. Ihnen stehen 7 nicht allzu umfangreiche Gesangspartien gegen¸ber, die in den reinen Wortabschnitten noch gedoubelt sind. Die insgesamt 30 Musiknummern, ¸brigens nach bestimmten Proportionen gegliedert, f¸gen sich zwanglos in den Handlungsablauf ein. Bez¸glich der Vokalsolisten bleibt kein Wunsch offen. S‰ndor Sˆlyom Nagy und Klara Tak‰cs, als das schliefllich doch vereinte Liebespaar, erf¸llen ihre Partien aufs schˆnste; ebenfalls profilieren kˆnnen sich daneben Katalin Meszˆly, Jozsef Gregor und S‰ndor Palcsˆ. Chor und Orchester wetteifern geradezu, im Dienste Kod‰lys ihr Bestes zu geben. ‹ber all dem recht bunten und bisweilen auch turbulenten Geschehen wacht, als kundiger und inspirierender Leiter, J‰nos Ferencsik. Mit der Herstellung des 135 Seiten (!) umfassenden Textheftes hat Hungaroton eine exzellente, nicht hoch genug zu r¸hmende Leistung vollbracht. J‰nos M‰ty‰s' grofler, weit ausholender Aufsatz bietet erheblich mehr als eine blofle Werkeinf¸hrung; und die K‰ufer der opulent ausgestatteten Kassette d¸rfen sich freuen, neben dem ungarischen Originallibretto obendrein komplette ‹bersetzungen ins Deutsche, Englische, Franzˆsische und Russische vorzufinden. Werner Bollert o Eine abgek‰mpfte Primadonna versucht sich als Wagners‰ngerin - ohne Chance. Oper WAGNER, Vorspiel und Liebestod (Tristan und Isolde), Ballade der Senta (Der fliegende Holl‰nder), Dich, teure Halle (Tannh‰user), Starke Scheite (Gˆtterd‰mmerung); Montserrat Caballe (Sopran), New York Philharmonie Orchestra, Zubin Mehta; CBS D 37 294 (1 S 30) Digital Aufnahmedatum: 1982 Klangbild: Offen, klar, deutliche Konturen. Fertigung: Keine M‰ngel. M @ an mag das Thema noch so vorsichtig, noch so taktvoll behandeln - die Tatsache bleibt bestehen, dafl f¸r Montserrat Caballe die stimmlichen Fr¸hlings- und Sommertage vor¸ber sind, dafl auch der Herbst bereits in sein rauhes und kahles Stadium getreten ist. Die Primadonna befindet sich in einem gesanglichen Zustand, in welchem es vˆllig gleichg¸ltig ist, was sie singt: das Resultat bleibt immer dasselbe. Diesmal also Wagner. ,,Mild und leise" geht zur Not. Doch der Rest ist nicht zu gebrauchen. Br¸nnhildes Schluflgesang aus ,,Gˆtterd‰mme55 FonoForum Juli 1983 FONO-KRITIK Gerard Chapuis (Mousse a Mort), Louis-Vincent Bruere; Bourg Records BG 2004 (1 S 30) Aufnahmedatum: November 1981 Klangbild: Sehr pr‰sent, bisweilen kabarettistisch zugespitzt. Fertigung: Ohne Beanstandung. bzw. Gitarre) eigentlich gar nicht ausgespielt wird. Regis Ducrocq und Gilles Butin, die zwei vorz¸glichen Interpreten, geben ihr Bestes, ohne jedoch diesem kleinen Disco-Opus wesentlich aufhelfen zu kˆnnen. Erheblich besser kommt die Schallplatte mit dem Drei-Personen-St¸ck ,,Le Violoneux" (Der Fiedler) zurecht, das f¸r dieses Medium sehr geeignet ist (Ouvert¸re plus 7 Nummern; 24 Minuten Spieldauer). In dieser auf einer bretonischen Legende fuflenden, doch etwas faden Handlung, bei der auch das Melodram eine angemessene Verwendung findet, entwirrt sich der Knoten dramaturgisch (wie h‰ufig in derartigen Werken) durch einen plˆtzlich zutagetretenden Brief. Musikalisch ist da alles im Lot; ja manches ist so charakteristisch entworfen, dafl man Freude daran haben kann. Zudem wissen die drei S‰nger-Darsteller genau, wie man so etwas zu servieren hat (in der Rolle der Reinette deb¸tierte ¸brigens in Paris Hortense Schneider, die nachmalige Primadonna der groflen Offenbachiaden). Der Einakter ,,Croquefer" (1857), immerhin 35 Minuten reine Musik umfassend (Ouvert¸re plus 7 Nummern), darf beinahe schon als Muster absurden B¸hnengeschehens gelten und kann gerade deswegen das Interesse des heutigen Publikums auf sich ziehen. Da wird das Ritterdrama des Mittelalters scharf parodiert: uns‰glich tolle Typen werden vorgef¸hrt, die in der deutschen Fassung die Namen Eisenfrafl, Sch‰delbrecht, Schlagetot, Schwefelbl¸te und Feuerstein tragen (eigentlich ein Vier-PersonenSt¸ck, in dem die f¸nfte erst gegen Schlufl die Sprache wiedergewinnt). Dafl zugleich die franzˆsische Oper jener Dezennien durch den Kakao gezogen wird (Duo Nr. 3), versteht sich am Rande. Zu dieser buffonesken Farce schrieb Offenbach eine Komposition, die in jeder Phase einfallsreich und mitunter direkt gestisch (Quintett Nr. 6) gefaflt ist; und nicht ohne Grund haben sich nach 1945 deutsche Opernstudios (z.B. Berlin 1977) dieser ‰uflerst dankbaren Spielvorlage erinnert, die man mit allzusehr aktualisierten Z¸gen kaum mehr anzureichern braucht. Exquisit ist die Art, wie hier die franzˆsischen Interpreten Derbheit mimen, ohne dabei jemals ins Undelikate zu geraten. Der vorerst letzte Offenbach-Hinweis gilt ,,Barbe-Bleue", jener abendf¸llenden dreiaktigen opera-bouffe, die unmittelbar vor dem ,,Pariser Leben" und der ,,Groflherzogin von Gerolstein" entstanden und zur zentralen Werkgruppe des Meisters zu z‰hlen ist. Bei der Pariser Urauff¸hrung am 5. Februar 1866 (The‰tre des Varietes) gab es einen Riesenerfolg. Dafl diese Schˆpfung in Deutschland wie in ÷sterreich nicht im gleichen Mafle gesch‰tzt und eigentlich erst dank Walter Felsensteins Engagement in den Rang einer Meisterproduktion erhoben wurde, ber¸hrt nicht den Wert dieser Partitur, deren originale Lesart - mit den gesamten Dialogen jetzt zum ersten Male vollst‰ndig verˆffentlicht werden konnte (ca. 115 Minuten Spieldauer auf 4 Plattenseiten). Der einzige Mangel an der Zwei-Platten-Steckkassette d¸rfte sein, dafl ihr das Libretto nicht beigef¸gt wurde. Trotz der herrlich ausgefeilten Dialoge (oder vielleicht gerade deswegen?) ist es f¸r den nicht-franzˆsischen Hˆrer einigermaflen schwierig, dem Gang der doch reichlich verwickelten Handlung so rasch zu folgen. Im Geiste Offenbachs und seiner beiden Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halevy erh‰lt die ebenso ber¸hmte wie geheimnisumwitterte Blaubart-Sage nat¸rlich andere, durchaus ungewˆhnliche Akzente; doch ist hier die Heiterkeit keineswegs ungetr¸bt, ja selbst das D‰monische unterschwellig sp¸rbar. Speziell das drittte, im Gewˆlbe von Blaubarts Burg - von den Gr‰bern seiner fr¸heren, angeblich ermordeten Ehefrauen - spielende Bild demonstriert sehr deutlich den Ernst der Situation und zudem Boulottes Angst, vom Tod doch noch ereilt zu werden. Dafl ein solcher Ernst (trotz der travestierenden Hauptelemente) nicht ausgeklammert ist, sagt mancherlei ¸ber den besonderen Stellenwert dieser opera-bouffe aus, an deren Schlufl freilich das Wiedererscheinen der totgeglaubten Gattinnen, die Frˆhlichkeit rundherum, die Versˆhnung aller mit allen stehen. Boulotte, das so beherzte Bauernm‰dchen, hat sich beim Ritter Blaubart (als neue Gemahlin) durchgesetzt. Unter Jean Doussards beschwingter Leitung wirbt das heimische S‰ngerensemble eindringlich f¸r die diffizile Kunst des Maestro Jaques; bewundernswert immer wieder die Pr‰zision und die Eleganz des Vortrags, die absolute Beherrschung des Stils. Offenbar ist dies den Franzosen angeboren; und so ist diese Einspielung ein echtes Labsal f¸r Ohr und Sinne. Lina Dachary und Henri Legay wetteifern geradezu mit der illustren Premieren-Besetzung von 1866 (Hortense Schneider, Jose Dupuis); neben ihnen kˆnnen sich Christiane Gayraud, Aime Doniat und Rene Terrasson profilieren (den ¸brigen Mitwirkenden ein Pauschallob!). Dem Orchestre Lyrique de l'O.R.T.F. ist f¸r seinen Offenbach-Einsatz wiederum zu danken (vgl. hierzu FF 5/83 mit den Aufnahmen von ,,Fortunios Lied" und ,,Lischen und Fritzchen"). Werner Bollert gens Wˆldicke; Daco 161 (1 M 30) - Vertrieb: Danacord Records/Gernersgade 35, DK-1319 Kopenhagen, D‰nemark Aufnahmedatum: 1929 - 1938 Klangbild: Entsprechend der Aufnahmezeit. Fertigung: Ordentlich. (II) AKSEL SCHI0TZ, Den Danske Sang (Das d‰nische Lied), Vol. 2: RUNG-ANDERSEN, I Danmark er jeg fedt, HEISE-LEMBCKE, Dengang jeg kun var s‰ stˆr som s‰, Der var en svend med sin pigelil, AGERBY-RODE, Lille konval, AGERBY-HOLM, Jeg ved ej, hvorfra du kommer, NIELSEN-BERNTSEN, Den milde dag er lys og lang, RIISAGER-LORENTZEN, Mor Danmark, THOMSEN-BLICHER, TU gheden, LAUB-GRUNDTVIG, Aldrig, Herre, du forglemme, BJERRE-GELSTED, TU en ung moder, NIELSEN-RODE, Som en rejselysten fl‰de, RING-BLICHER, Ka;r est du, fodeland, LAURIDSEN-MUNK, Syng om fred, BANGMUNK, Herre, vort herskab, Vsegtervers, Nu skrider dagen under, ROGERT-EWALD, Kong Christian stod ved hojen mast, RIISAGER-KRISTENSEN, Danmarks Frihedssang; Aksel Schiatz (Tenor), Christian Christiansen, Aksel Agerby, Gerald Moore, Herman D. Koppel, Grete Kordt, Arne Skjold Rasmussen, Folmer Jensen, Eyvind Moller (Klavier), Die kˆnigliche Kapelle Kopenhagen; Orchester Sune Wladimir, Johan Hye-Knudsen; Daco 162 (1 M 30) Aufnahmedatum: 1938 - 1945 Klangbild: Entsprechend der Aufnahmezeit. Fertigung: Ordentlich. (III) AKSEL SCHI0TZ, Schubert og Grieg (Schubert und Grieg), Vol. 3: SCHUBERT, Die schˆne M¸llerin (Nr. 1, 6,9 und 8,10,11,15,17, 17 20) GRIEG, To brune ojne, op. 5. Nr. 1, Jeg elsker dig, op. 5. Nr. 3., Ved Ronderne, op. 33. Nr. 9., V‰ren, op. 33. Nr. 2, Udfarten, op!9. Nr. 4, Vaer hilset, I damer, op. 49. Nr. 3., For‰rsregn, op. 49. Nr. 6., En digters sidste sang, op. 18. Nr. 3; Aksel Schiotz (Tenor), Gerald Moore, Herman D. Koppel, Folmer Jensen (Klavier); Daco 163 (1 M 30) Aufnahmedatum: 1939-1946 Klangbild: A-Seite: starkes Knistern. B-Seite: Klavier ,,miaut" manchmal. Fertigung: Ordentlich. (IV) AKSEL SCHI0TZ, Sommer, host og vinter (Sommer, Herbst und Winter), Vol. 4: Soundtrack von Jeg har elsket og levet, OEHLENSCHLƒGER-NIELSEN, Underlige aftenlufte, LARSEN-MORGENSEN, Sommervise, GRUNDTVIG-UNBEK., Jeg gik mig ud en sommerdag, NIELSEN, Havet omkring Danmark, RODE-NIELSEN, Min pige er s‰ lys som rav, AAKJ^R-AGERBY, Jeg er havren, RICHARDT-HARTMANN, Laer mig, nattens stjerne,BLICHER-R!NG,Signaermertiden, da jeg m‰ va>k, INGEMANN-WEYSE, I fjerne kirket‰rne hist, Lysets engel g‰r med glans, Julen har bragt velsignet bud, GRUNDTVIGUNBEK., Et barn er fodt i Bethlehem, INGEMANN-UNBEK., Dejlig er jorden, ANDERSEN-GADE, Barn Jesus i en krybbe l‰, INGEMANN-GRUBER, Glade Jul; Aksel Schiotz (Tenor), Ellen Gottschalk (Prosa), Edith Oldrup (Sopran), Christian Christiansen, Hermann D. Koppel, Holger Lund Christiansen (Klavier), Mogens Wˆldike (Orgel), Kopenhagener Knabenchor, Mogens Wˆldike, Die kˆnigliche Kapelle Kopenhagen, Emil Reesen, Johan Hye-Knudsen; Æ Offenbachs ,,Blaubart" zum ersten Male vollst‰ndig auf Schallplatten. rung" ist ungef‰hr so, wie man sich's vorstellt, vielleicht sogar noch ein biflchen schlimmer. W‰re der Name Caballe nicht ein so zugkr‰ftiger Verkaufsartikel - die Aufnahme h‰tte nicht die leiseste Lebenschance. Auch die Orchesterleistung rettet nichts, sie ist kalt, beziehungslos. Zubin Mehta hat zum Thema Wagner nicht viel zu sagen, dies ist sp‰testens seit seinen Wiener Versuchen mit ,,Lohengrin", ,,Rheingold" und ,,Walk¸re" bekannt. Dazu ein (anonymer) Wagner-Kommentar im ,,einschl‰gigen" Stil. Wenn der grofle Meister vom Olymp herabblicken kˆnnte, um zu erfahren, was sich hundert Jahre nach seinem Tod abspielt, was da musiziert und publiziert wird - er w¸rde vermutlich in den ber¸hmten Stoflseufzer des alten Kaisers Franz Joseph ausbrechen: ,,Mir bleibt nichts erspart!" Clemens Hˆslinger OFFENBACH, Barbe-Bleue (Gesamtaufnahme in franzˆsischer Sprache mit Dialogen); Henri Legay (Barbe-Bleue), Lina Dachary (Boulotte), Rene Lenoty (Roi Bobeche), Christiane Gayraud (Reine Clementine), Monique Stiot (Princesse Hermia), Bernard Alvy (Prince Saphir), Rene Terrasson (Comte Oscar), Ahne Doniat (Popolani), Jacques Pruvost (Alvarez), Choeurs de 1' O.R.T.F., Jean Gitton, Orchestre Lyrique de 1' O.R.T.F., Jean Doussard; Bourg Records BG 2005/06 (2 S 30) (zu beziehen ¸ber: jpc-Schallplattenversand, Postfach 2426, 4500 Osnabr¸ck) Aufnahmedatum: September 1967 Klangbild: Breites Panorama. Im ganzen ausgeglichen und recht pr‰sent; mehr oder weniger durchsichtig. Fertigung: Einwandfrei. nscheinend beabsichtigt das franzˆsische Bourg-Label unter dem Titel ,,Collection Bourg Offenbach" nach und nach s‰mtliche Werke dieses Meisters zu produzieren - wobei man recht verheiflungsvoll angefangen hat. Hier bietet sich nun die Gelegenheit, vier Einspielungen kurz unter die Lupe zu nehmen. Von diesen Schˆpfungen entstammen drei der fr¸hen Epoche im The‰tre des Bouffes Parisiens (1855 bzw. 1857), wobei die Bourg-Edition die Einakter der damaligen, doch ziemlich begrenzten Gegebenheiten ber¸cksichtigt. Demgem‰fl verzichtet sie darauf, das mitwirkende, absichtlich klein gehaltene Orchester ¸berhaupt namhaft zu machen. Die Arrangements, die hier Louis-Vincent Bruere als verantwortlicher musikalischer Leiter pr‰sentiert, bevorzugen ein trockenes, bisweilen etwas gesch‰rftes Klangbild, das weniger Professionalit‰t als vielmehr die Atmosph‰re jener faszinierenden Pariser Theater‰ra zeigen mˆchte. Und allemal triumphiert die pure Lebendigkeit des B¸hnengeschehens ¸ber jeglichen Anflug von Perfektion. Dafl da geradezu ein k¸nstlerisch unabdingbares Prinzip postuliert wird, verdeutlichen die drei Neuaufzeichnungen vom Herbst 1981, welche zwar die Dialogabschnitte ausklammern, statt dessen aber die vollst‰ndigen Libretti mitliefern. Wie auch in der h¸bschen Aufmachung der Plattentaschen schon die Offenbach-Welt von 1855/57 treffend beschworen wird. Schade ist es, dafl ,,Les deux Aveugles" - jenes Opus, das damals ganz Paris in Begeisterung versetzte und zahllose Wiederholungen erfuhr allein innerhalb des Mediums Schallplatte nur bedingt eindrucksvoll ist. (Ouvert¸re plus 4 Musiknummern; insgesamt 13 Minuten Spieldauer). Es geht um eine nahezu realistisch anmutende Aktion aus dem Pariser Alltagsmilieu: auf einer Br¸cke suchen Patachon und Giraffier, zwei scheinbar blinde Bettler, sich gegenseitig zu ¸bertrumpfen bzw. einander vom Standort zu verdr‰ngen. Man hˆrt eine an sich reizvolle Musik, die aber zu anderen Libretti ebenfalls passen w¸rde; zumal die Komik der beiden zugeordneten Soloinstrumente (Posaune A NEUVER÷FFENTLICHUNGEN NEUVER÷FFENTLICHUNGEN Operette © Lohnende Entdeckung: weitere Offenbach-Einakter zum ersten Male auf Schallplatten. OFFENBƒCH, Le Violoneux, Les deux Aveugles (Gesamtaufnahmen in franzˆsischer Sprache ohne Dialoge); Christophe Mortagne (Mathieu), Marie Modeste (Reinette), Gilles Butin (Pierre), Regis Ducrocq (Patachon), Gilles Butin (Giraffier), Louis-Vincent Bruere; Bourg Records BG 2003 (1 S 30) Aufnahmedatum: Oktober 1981 Klangbild: Sehr pr‰sent, bisweilen kabarettistisch zugespitzt. Fertigung: Ohne Beanstandung. Verschiedenes Festliches Horrido und Waidmannsheil. CANTIN, Hubertus-Messe und Noces du chasseur, ROSSINI, Le rendez-vous de chasse, FLEMMING, Zwei alte deutsche Jagdsignale, DEISENROTH, Jagdm‰rsche, Jagdfanfare und Jagdsuite; M¸nchner Parforcehorn-Bl‰ser: Engelbert Schmid, Siegfried Hammer, Otto Weber, Dieter Hepp und Ulrich Kˆbel; Orfeo S 034821 A (1 S 30) Digital Aufnahmedatum: Juli 1982 Klangbild: Klar, dynamisch, nat¸rlich, weitr‰umig mit Echo-Wirkungen und Tiefenstaffelung (stcreo-technisch etwas rechtslastig). Fertigung: Sehr gut (DMM-‹berspielung). Vergleichseinspielung: Armida AE 149 (Jagdhornbl‰ser ,,Auerhahn", Luzern). das seinen ,,nat¸rlichen" Reiz. Die M¸nchner Parforcehorn-Bl‰ser sind Meister ihres Metiers auf den urw¸chsigen Instrumenten. Die ber¸hmte Hubertus-Messe, von Jules Cantin 1934 in Paris verˆffentlicht, wird makellos geblasen, ebenso dessen ,,J‰gerhochzeit" als Potpourri franzˆsischer Jagdsignale. Die Herauslˆsung aller Solostellen aus einer groflen Jagdfantasie von Gioacchino Rossini, hier ohne die originale Orchesterbegleitung aufgef¸hrt, erweist sich als Bravourst¸ck f¸r das Parforcehorn-Quintett voller dynamischer Schattierungen, Klangfarben- und Echo-Effekte. Zwei alte deutsche Jagdsignale (,,Wann der Hirsch erleget worden" und ,,Wann die Jagd zu Ende und vollbracht ist") sind Flemmings Werk ,,Der vollkommene deutsche J‰ger und Fischer" von 1719 entnommen. Den Rest der Platte f¸llen meist dreistimmige, zum Verwechseln ‰hnlich klingende Originalkompositionen, M‰rsche und signalartige Stimmungsbilder des in diesem Jahre (1983) seinen 80. Geburtstag feiernden Jagdund Milit‰rmusikfachmannes Friedrich Deisenroth. Gerhard Patzig ,,Die Stimme D‰nemarks". I II ∑ III IV V © Lohnende Entdeckung: Offenbachs ,,Croquefer" als Repertoire-Zuwachs und -Gewinn. H OFFENBACH, Croquefer ou le dernier des Paladins (Gesamtaufnahme in franzˆsischer Sprache ohne Dialoge); Jean Kriff (Croquefer), Jean de Beer (Boutefeu), Chantal Reyjal (Fleur de Soufre), Regis Wilem (Ramass' Ta Tete), ˆrnerschall und Pleflhorngruppen gehˆren zum ¸blichen Ritual der J‰gerei. Einen besonderen Stellenwert nimmt dagegen der Klang der groflwindigen Parforcehˆrner ein. Dem Gewinn an Tonumfang von drei vollen Oktaven entspricht eine erhˆhte Anforderung an die Bl‰sertechnik. Intonationsm‰flig mufl im Melodie- und Akkordspiel eine sehr unsaubere Quarte als 11. Oberton der Naturtonreihe in Kauf genommen werden. F¸r die Liebhaber hat (I) AKSEL SCHI0TZ, Den maskerede Tenor (Der maskierte Tenor), Vol. 1: BARONYSTEFFENSEN, Hov-hov-put-put, MAY (?), En duft, du som en salighed fornemmer, FILMSTRIMLER, (potpourri), CHRISTENSENKRISTENSEN, Made i skoleg‰rden fra Skolen p‰ ho'det, DOELLE-MEINCKE, Spil din egen Zigeunersang, SCHMIDSEDER-SKAARUP, Oh, skonne Venezia, W ARNY-OTTEN, Som et eventyr fra gamle dage, BERTELSEN-PHEIFFER, Mensjeghardigendnu,lillemor, GADEBARFOED, Lykkeland, THOMSEN-SKAARUP, Solens Vuggevise, RYGAARD-JUEL, Flaget, LEMBCKE-REUMERT, Majsang, FOSTER-DRACHMANN, Se, det Summer af sol, SVENDSEN-PAULSEN, Kom Karina; Aksel Schiotz (Tenor), De fire Generaler; De 5 Synkoper; Bernhard Christensen; Viggo Anderson, Sven Moller-Kristensen (Gesang), Bobby Pagan (Wurlitzer-Orgel), Kopenhagener Knabenchor, Mogens Wˆldike, Wivex (Kopenhagen), med sang, Aksel Bendix, Aage Juhl-Thomsen, Mo- 56 57