OPERFonoForum Juli 1983 F÷NO-KRITIK Fertigung: Einwandfrei (DMM-‹berspielung). Vergleichseinspielung: Colosseum SM 640, Saxophon-Recital Iwan Roth (f¸r Milhaud und Francaix). ach einem ausgepr‰gten ,,internationalen" Programmstart (BIS 159) widmet der finnische Meistersolist seine zweite LP nun den nationalen, franzˆsischen Beitr‰gen zur Spezialliteratur dieses Instrumentes. Das hat insofern seine besondere Berechtigung, da Frankreich als das Geburtsland des Saxophones (1946 Patentanmeldung durch Adolphe Sax) im engeren Sinne auch die Heimat des ,,klassischen" Saxophons geblieben ist. Die Reihe prominenter Komponistennamen geht von Berlioz ¸ber Bizet, Saint-Saens, Debussy und Ravel bis zu den modern-konservativen Vertretern des 20. Jahrhunderts auf der vorliegenden Platte. Stilistisch verr‰t die Auswahl der St¸cke der klavierbegleiteten Kammermusik einen deutlichen Trend des inzwischen f¸hrenden Instrumentes der Jazz- und Unterhaltungsmusik zum konzertant Rhythmisch-Elementaren. F¸r den, Pianissimo wirkt es gek¸nstelt und produziert sogar metallische (Klappen-?)Resonanzschwingungen des Buffet-Crampon-Instrumentes mit wechselnder Obertonf‰rbung. Das sollte auf gar keinen Fall kultiviert werden. Insgesamt gewinnt mit dieser Verˆffentlichung das Konzertsaxophon deutlich an Gewicht im Schallplattenkatalog. Gerhard Patzig WIEDERVER÷FFENTLICHUNGEN Eduard Wollitz (Bafl), u.a.; deutsche harmonia mundi DMR 1010-12 (3 S 30) Aufnahmedatum: 1956 - 1958, 1960 - 1961, 1965,1967-1968 er zweite Block der Editionsreihe des Deutschen Musikrats zur Neuen Musik in der Bundesrepublik verdeutlicht sowohl den Anspruch, Umfang als auch die Problematik dieses Unternehmens. Soviel l‰flt sich aber schon absehen, die Reihe ist sicher eine der verdienstvollsten ihrer Art und f¸llt eine L¸cke auf dem Plattenmarkt. Mehr und mehr wird die Bedeutung der Begleithefte nun sichtbar. Die mit einer allgemeinen Einf¸hrung, Komponistenportr‰ts plus Werkeinf¸hrungen, Werkverzeichnissen und Literaturangaben ausgestatteten B‰nde sind als Hilfe gerade in diesem theoriefreundlichen bis -besessenen Jahrzehnt sehr notwendig, dekken als Informationsquelle aber nicht alles ab. Die Einf¸hrungstexte von Wulf Konoid (Nr. 3) und Albrecht Riethm¸ller (Nr. 4) h‰tten als problematisierende Essays ruhig noch ausgiebiger sein kˆnnen. Versucht Konoid klare Linien habungen der neuen Technik sind, hˆrt man allerdings doch deutlich. Die vˆllige Auflˆsung traditioneller musikalischer Sprachformen, Radikalisierung und Verfremdung sind mindestens ebenso vernehmbar in den drei experimentellen Vokalwerken (Helms/Otte, Schnebel, Kagel). Hier sind Linien -- auch im Einbezug szenischer Elemente - sichtbar, die direkt in den Schmelztiegel der sechziger Jahre weisen. Die schon an dieser Stelle einmal angemerkten Schwierigkeiten mit der Gattung O p e r bestehen ebenfalls. Es kann nur bei der repr‰sentativen Auswahl von Szenen bleiben. Mit Zillig und Fortner sind dabei zwei Komponisten einer mittleren G e n e ration vertreten, die einen eigenen, durchaus an traditionelleren Musikformen orientierten Weg gingen. Zimmermanns Vokalsinfonie aus den ,,Soldaten" verdeutlicht demgegen¸ber die Bedeutung dieses Werkes und auch seines Komponisten. Beim Hˆren im Zusammenhang der Kassetten wird klar, dafl hier eine beeindruckende Synthese aus neuesten Kompositionstechniken und Ausdrucksst‰rke gelungen ist. Breiten R a u m nehmen verdientermaflen jene Komponisten ein, die nicht einer ¸bergreifenden Schule folgen, denen aber gemeinsam das Suchen nach Expressivit‰t, nach der Weiterentwicklung ¸berlieferter musikalischer Sprachformen ist und die sich zum Teil auch auf Webern berufen kˆnnen. In der Sparsamkeit der Mittel ist besonders R e i m a n n , modifiziert auch Killmayer zu nenn e n , deren Werke mir neben denen von Henze und Engelmann die wichtigsten der beiden Kassetten sind. Schliefllich ist mit Hˆller, Borris, G e n z m e r , E r b s e , Baur und auch B¸chtger der Bereich einer sogenannten ,,gem‰fligten Modern e " gut dargestellt, ¸ber deren Stellung man wohl am schwierigsten zu richten h‰tte. Wer will etwa das lebendige Flˆtenkonzert von Genzmer gegen Kagels sprˆdes ,,Anagrama" richtig aufwiegen? N D stin), Chor der Ungarischen Staatsoper, Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens, Ferenc Nagy, L‰szlˆ Cs‰nyi, Orchester der Ungarischen Staatsoper, J‰nos Ferencsik; Hungaroton SLPX 12187/89 (3 S 30) Aufnahmedatum: 1982 Klangbild: Breites Panorama, gut gestaffelt und recht pr‰sent. Fertigung: Einwandfrei. Neue Musik (65)) Spektrum der f¸nfziger Jahre. ZEITGEN÷SSISCHE MUSIK IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND (Folge 3): FORTNER, Bluthochzeit (I. Akt, 3. und 4. Bild), ZIMMERMANN, Die Soldaten (Vokalsinfonie), RIEDL, Musique concrete Studie Ia, Ib, KOENIG, Klangfiguren II, STOCKHAUSEN, Gesang der J¸nglinge, HEISS, Elektronische Kompositionen I, EIMERT, F¸nf St¸cke, ERBSE, Sonate f¸r 2 Klaviere op. 3, BAUR, Quintetto sereno, KILLMAYER, Sappho, REIMANN, F¸nf Gedichte von Paul Celan; Natalie Hinsch-Grˆndahl, Anny Schlemm, Lmmy Lisken, Hildegunt Walther, Ernst Grathwol, Wilhelm Otto, Chor der Oper der Stadt Kˆln, G¸rzenich-Orchester Kˆln, G¸nter Wand, Edith Kertesz-Gabry, Barbara Scherler, Gwendolyn Killebrew, Anton de Ridder, Claudio Nicolai, Harald Stamm, Rundfunk-Sinfonie-Orchester Kˆln, Hiroshi Wakasugi, Horst Gˆbel (Klavier), Phillip Moll (Klavier), Bl‰serquintett des S¸dwestfunks, Anja SUja (Sopran), Rundfunk-Sinfonie-Orchester Stuttgart, Wilhelm Killmayer, Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton), Aribert Reimann (Klavier); deutsche harmonia mundi DMR1007-09 (3 S 30) Aufnahmedatum: 1956-1958,1961,1967,1978, 1981 Klangbild: Durchgehend zufriedenstellend. Fertigung: Einwandfrei. ZEITGEN÷SSISCHE MUSIK IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND (Folge 4): HENZE, Nachtst¸cke und Arien, STOCKHAUSEN, Gruppen f¸r drei Orchester, HELMS/OTTE, daidalos (3. Szene), SCHNEBEL, Deuteronomium 31,6, KAGEL, Anagrama, ZILLIG, Die Verlobung in St. Domingo (Ausschnitt), KLEBE, Raskolnikows Traum, H÷LLER, Serenade, BORRIS, Partita f¸r Cembalo op. 67 Nr. 1, B‹CHTGER, Die Verkl‰rung, GENZMER, Konzert f¸r Flˆte und Orchester, ENGELMANN, Ezra Pound Music op. 21; Edda Moser (Sopran), Rundfunk-Sinfonie-Orchester Kˆln, Christoph von Dohn‰nyi, Rundfunk-Sinfonie-Orchester Kˆln, Karlheinz Stockhausen, Bruno Maderna, Pierre Boulez, Marie-Therese Cahn (Gesang), Josephine Hendick (Gesang), Helmut Melchert (Gesang), William Pearson (Gesang), Christoph Caskel (Schlagzeug), Siegfried Rockstroh (Schlagzeug), Evelin Summer (Harfe), Karl-Heinz Bˆttner (Gitarre), Alfons und Aloys Kontarsky (Klavier), Hans Otte, Stuttgarter Schola Cantorum, Clytus Gottwald, Gertie Charlent (Sopran), Marie-Therese Cahn (Alt), Alfons Holte (Bariton), Zeiiisri Mirck n: der K uidesrcpublik IVNdMd l.i~ii." /immermann I´ .∑.:∑ Iv -nig v w i . .-.ni ∑ Heid = 1 I '∑∑-" I * * KiHmajer 3 I960 der Aktualit‰t sch‰tzt, erweist sich Milhauds ,,Brazileira" aus der Scaramouche-Suite heute (1983) gar als ideale Aerobic-Musik. Kurz, Pekka Savijokis Saxophonportr‰t gibt sich durchg‰ngig virtuos-locker, entspannt, rhythmischvital und pr‰gnant, seltener melancholisch und ‰therisch. Daf¸r ist jedoch ein Klavierpartner erforderlich, der pianistische Technik mit entsprechend modernem, t‰nzerischem Stilempfinden zu verbinden weifl. Es verdient Beifall, mit welcher Brillanz und mitreiflenden Zuverl‰ssigkeit Margit Rahkonen (1976 ,,Master of Music" an der Juillard-School) alle St¸cke im k¸nstlerisch richtigen Griff hat. Das Zuhˆren macht Spafl. Eine raffinierte Baflanhebung des Produzenten und Mischpulttechnikers Robert von Bahr weckt gelegentlich die Illusion eines mitwirkenden Zupfbasses. Die Musik vertr‰gt das. Das lyrische Moment bringen Saxophon und Klavier (ein grofler Bˆsendorfer-Fl¸gel) souver‰n in den langsamen S‰tzen von Iberts ,,Geschichten" - mehr Stimmungsbilder und Impressionen ohne Entwicklung und Dramatik - zum Ausdruck. ,,Im Trauerhaus", ,,Verlassener Palast", ,,Kristallk‰fig" und ‰hnlich lauten die Satzbezeichnungen. Stˆrfaktor ist allerdings ein sehr charakteristisch ausgepr‰gtes, weitschwingendes Vibrato des Bl‰sers. Ist das eine Konzession an die traditionelle Saxophonschule Marcel Mules am Pariser Conservatoire? Vor allem im 54 zu ziehen und die Entwicklung der seriellen Musik als eine sich anbietende Richtschnur zu nehmen - wobei einige in der dritten Kassette vertretenen Kompositionsrichtungen ganz unerw‰hnt bleiben - , so versucht Riethm¸ller eine kurze Rezeptionsgeschichte der Avantgarde. Man mˆchte zwar kaum auf die guten und ausf¸hrlichen Texte zu einzelnen Werken verzichten, durch umfassende Darstellungen w‰re aber besser die ‰sthetische Diskussion der Zeit in den Griff zu b e k o m m e n . Auf die umfangreichen Auseinandersetzungen um serielle und elektronische Musik wird so kaum eingegangen, bei Werkeinf¸hrungen fl¸chtet man sich h‰ufig hinter die technisierenden Beschreibungen der Komponisten selbst. Erfreulich an der Auswahl ist, dafl keine Dokumentation ausschliefllich der seriellen oder elektronischen Musik entstanden ist. Diese steht fast am R a n d e . Der Jury ist es gelungen, ein breites Spektrum wichtiger bzw. repr‰sentativer Werke und Komponisten auf zwˆlf Plattenseiten zu bringen. Gewisse Abschnitte lassen sich erkennen. Vom Materialstand im Adornoschen Sinn in vorderster Linie steht dabei die elektronische Musik als die Neuentdeckung der f¸nfziger Jahre schlechthin. Zusammen mit Stockhausens ,, G r u p p e n " wird damit auch der Bereich der punktuellen, mechanisierten Musik abgedeckt. D a fl viele Kompositionen (Eimert, Heiss, Riedl) eher Versuchsanordnungen als souver‰ne Hand- erade unter Ber¸cksichtigung der seit geraumer Zeit in Ungarn laufenden Kod‰lyRetrospektive war eine Stereo-Neuproduktion des ,,H‰ry J‰nos" l‰ngst f‰llig geworden. J‰nos Ferencsik selbst, der Doyen unter den ungarischen Kapellmeistern der Gegenwart und schon immer f¸r Kod‰lys Schaffen engagiert, hat vor mehr als zwei Dezennien eine Mono-Aufzeichnung des Werkes (Oualiton, 3 LPs) aufgenommen, wobei ihm die Solisten und der Chor der Ungarischen Staatsoper sowie die Budapester Philharmoniker zur Verf¸gung standen. Im Jahre 1969 gab es dann unter Istv‰n Kertesz' Leitung eine zweite, freilich arg verk¸rzte Einspielung (Decca SET 399/400, 2 LPs) mit englischen Zwischentexten und kabarettistisch gew¸rzten Einlagen seitens des ,,Erz‰hlers" Peter Ustinov. Von dieser, im Zusammenhang mit den Edinburger Festspielen zustandegekommenen Fassung heiflt es in einem kritischen ,,FonoForum"Res¸mee vom Januar 1970: ,,Ein Mordsspafl, allerdings nur f¸r den, der bereit ist, eine von parodistischen Gags nur so strotzende, manchmal auf Kosten der Musik ¸berdrehte Version des Werkes zu akzeptieren. Und f¸r den, der bereit ist, zur Musik von Kod‰ly einen englischen Theaterabend hinzunehmen oder genieflen zu wollen" (mit ungarischen Solos‰ngern, einem britischen Chor und dem London Symphony Orchestra kommt die Musik als solche bei Kertesz zutreffend zum Klingen). Mit der jetzt publizierten Neuaufnahme kn¸pfen Die Interpretationen sind durchweg gut und oft Ferencsik und das ungarische K¸nstlerteam an historisch interessant. Bleibt noch ein Wort zur die fr¸here Mono-Einspielung an. Im PlattentaAuswahl, so kleinlich sich auch dieses ausnehschenkommentar wird nicht vers‰umt, ausm e n mag, aber wo sonst w‰re der richtige Platz dr¸cklich darauf hinzuweisen, dafl es sich hier nochmals das Problem erg‰nzend anzusprechen. um die erste wirklich vollst‰ndige Aufnahme des So l‰flt sich fragen, ob Henze nicht besser durch ,,H‰ry J‰nos" handelt, weil erstmals auch die einen Opernausschnitt vertreten gewesen w‰re, Ouvert¸re sowie mehrere andere St¸cke (ein etwa aus der Urfassung des ,,Kˆnig Hirsch". F¸r Lied, eine Pantomimenmusik, eine Marsch-PerTeil 5 ist kein Titel von ihm angek¸ndigt. Z u m siflage) eingef¸gt ist. Da zeigt sich nun in aller Zweiten bleibt der Bereich einer Fusion von Jazz Deutlichkeit, dafl dieses nationale Liederspiel, und Kunstmusik ausgespart. Dies h‰tte durch keineswegs blofl komische Z¸ge beinhaltend, ein St¸ck von Heinz Werner Zimmermann, keines modischen Aufputzes bedarf, um Wirdessen Fehlen nicht ganz einzusehen ist, gut kung zu tun, und dafl man ihm die spezifische b e h o b e n werden kˆnnen. Andreas Jaschinski Atmosph‰re hundertprozentig belassen mufl. ,,Die Abenteuer des H‰ry J‰nos von Nagyabony bis zum Burghof", ein Singspiel in vier Abenteuern mit Vorspiel und Nachspiel - so lautet der NEUVER÷FFENTLICHUNGEN Titel von Kod‰lys Opus 15 (Libretto von Bela Paulini und Zsolt Hars‰nyi). Nicht von ungef‰hr hat ihn dieser Stoff sogleich stark ber¸hrt. Der ,,Held" des Ganzen ist gar nicht mal so sehr ein M¸nchhausen-Typ, eher vielleicht ein Schw‰rmer und Phantast; aber neben seinen Tr‰umen, seinen Aufschneidereien birgt dieses Werk mancherlei Realit‰t, ja sogar eine betr‰chtliche Portion an Sozialkritik in sich. Es ist nur zu begreifKod‰lys ,,H‰ry J‰nos" in authentischer lich, dafl f¸r das Musiktheater Kod‰ly einen ganz Interpretation. eigenen Weg einschlagen muflte; hier ging es ihm darum, ,,den ungarischen Bauern selbst auf die KODƒLY, Die Abenteuer des H‰ry J‰nos B¸hne zu stellen, zusammen mit seinen Lie(Gesamtaufnahme in ungarischer Sprache); S‰n- dern". Diese ,,Abenteuer" wollen also nicht dor Sˆlyom Nagy (H‰ry J‰nos), Klara Tak‰cs etwa blofl als M‰rchen oder als Burleske verstan(÷rzse), Maria Sudlik (Kaiserin), Bal‰zs Pˆka den sein; sie k¸nden vielmehr stets vom Schick(Napoleon), Katalin Meszˆly (Marie-Luise), sal des Volkes, des ungarischen Bauernstandes. Jozsef Gregor (Marci), S‰ndor Palcsˆ (Ebela- G Da ist die Integrierung von Volksliedern in hˆherem Sinne gerechtfertigt. ‹ber die im ,,H‰ry J‰nos" verwendeten Lieder hat sich Kod‰ly folgendermaflen ge‰uflert: ,,Es sind Perlen, nur ihre Fassung ist die meine. Ich war bem¸ht, dafl sie ihrer w¸rdig sei." So ist diese Schˆpfung zu einem Opus sui generis avanciert: einem Opus jedenfalls, das auf der Musikb¸hne eigentlich weder Vorg‰nger noch Nachfolger gehabt hat. Und seine Rezeptionsgeschichte demonstriert das Faktum, dafl es auflerhalb Ungarns nirgends recht hat Fufl fassen kˆnnen. (Unter den zeitlich letzten Einstudierungen in der deutschen Theaterregion seien die Auff¸hrungen in Ostberlin (Felsenstein, 1973) und in Hannover (Liebeneiner, 1974) erw‰hnt. Diese ungarische Neuaufnahme pr‰sentiert die Urgestalt des Werkes, wie sie Kod‰ly gemeint hat, wobei nicht weniger als 21 kleinere Sprechrollen zu besetzen sind. Ihnen stehen 7 nicht allzu umfangreiche Gesangspartien gegen¸ber, die in den reinen Wortabschnitten noch gedoubelt sind. Die insgesamt 30 Musiknummern, ¸brigens nach bestimmten Proportionen gegliedert, f¸gen sich zwanglos in den Handlungsablauf ein. Bez¸glich der Vokalsolisten bleibt kein Wunsch offen. S‰ndor Sˆlyom Nagy und Klara Tak‰cs, als das schliefllich doch vereinte Liebespaar, erf¸llen ihre Partien aufs schˆnste; ebenfalls profilieren kˆnnen sich daneben Katalin Meszˆly, Jozsef Gregor und S‰ndor Palcsˆ. Chor und Orchester wetteifern geradezu, im Dienste Kod‰lys ihr Bestes zu geben. ‹ber all dem recht bunten und bisweilen auch turbulenten Geschehen wacht, als kundiger und inspirierender Leiter, J‰nos Ferencsik. Mit der Herstellung des 135 Seiten (!) umfassenden Textheftes hat Hungaroton eine exzellente, nicht hoch genug zu r¸hmende Leistung vollbracht. J‰nos M‰ty‰s' grofler, weit ausholender Aufsatz bietet erheblich mehr als eine blofle Werkeinf¸hrung; und die K‰ufer der opulent ausgestatteten Kassette d¸rfen sich freuen, neben dem ungarischen Originallibretto obendrein komplette ‹bersetzungen ins Deutsche, Englische, Franzˆsische und Russische vorzufinden. Werner Bollert o Eine abgek‰mpfte Primadonna versucht sich als Wagners‰ngerin - ohne Chance. Oper WAGNER, Vorspiel und Liebestod (Tristan und Isolde), Ballade der Senta (Der fliegende Holl‰nder), Dich, teure Halle (Tannh‰user), Starke Scheite (Gˆtterd‰mmerung); Montserrat Caballe (Sopran), New York Philharmonie Orchestra, Zubin Mehta; CBS D 37 294 (1 S 30) Digital Aufnahmedatum: 1982 Klangbild: Offen, klar, deutliche Konturen. Fertigung: Keine M‰ngel. M @ an mag das Thema noch so vorsichtig, noch so taktvoll behandeln - die Tatsache bleibt bestehen, dafl f¸r Montserrat Caballe die stimmlichen Fr¸hlings- und Sommertage vor¸ber sind, dafl auch der Herbst bereits in sein rauhes und kahles Stadium getreten ist. Die Primadonna befindet sich in einem gesanglichen Zustand, in welchem es vˆllig gleichg¸ltig ist, was sie singt: das Resultat bleibt immer dasselbe. Diesmal also Wagner. ,,Mild und leise" geht zur Not. Doch der Rest ist nicht zu gebrauchen. Br¸nnhildes Schluflgesang aus ,,Gˆtterd‰mme55 FonoForum Juli 1983 FONO-KRITIK Gerard Chapuis (Mousse a Mort), Louis-Vincent Bruere; Bourg Records BG 2004 (1 S 30) Aufnahmedatum: November 1981 Klangbild: Sehr pr‰sent, bisweilen kabarettistisch zugespitzt. Fertigung: Ohne Beanstandung. bzw. Gitarre) eigentlich gar nicht ausgespielt wird. Regis Ducrocq und Gilles Butin, die zwei vorz¸glichen Interpreten, geben ihr Bestes, ohne jedoch diesem kleinen Disco-Opus wesentlich aufhelfen zu kˆnnen. Erheblich besser kommt die Schallplatte mit dem Drei-Personen-St¸ck ,,Le Violoneux" (Der Fiedler) zurecht, das f¸r dieses Medium sehr geeignet ist (Ouvert¸re plus 7 Nummern; 24 Minuten Spieldauer). In dieser auf einer bretonischen Legende fuflenden, doch etwas faden Handlung, bei der auch das Melodram eine angemessene Verwendung findet, entwirrt sich der Knoten dramaturgisch (wie h‰ufig in derartigen Werken) durch einen plˆtzlich zutagetretenden Brief. Musikalisch ist da alles im Lot; ja manches ist so charakteristisch entworfen, dafl man Freude daran haben kann. Zudem wissen die drei S‰nger-Darsteller genau, wie man so etwas zu servieren hat (in der Rolle der Reinette deb¸tierte ¸brigens in Paris Hortense Schneider, die nachmalige Primadonna der groflen Offenbachiaden). Der Einakter ,,Croquefer" (1857), immerhin 35 Minuten reine Musik umfassend (Ouvert¸re plus 7 Nummern), darf beinahe schon als Muster absurden B¸hnengeschehens gelten und kann gerade deswegen das Interesse des heutigen Publikums auf sich ziehen. Da wird das Ritterdrama des Mittelalters scharf parodiert: uns‰glich tolle Typen werden vorgef¸hrt, die in der deutschen Fassung die Namen Eisenfrafl, Sch‰delbrecht, Schlagetot, Schwefelbl¸te und Feuerstein tragen (eigentlich ein Vier-PersonenSt¸ck, in dem die f¸nfte erst gegen Schlufl die Sprache wiedergewinnt). Dafl zugleich die franzˆsische Oper jener Dezennien durch den Kakao gezogen wird (Duo Nr. 3), versteht sich am Rande. Zu dieser buffonesken Farce schrieb Offenbach eine Komposition, die in jeder Phase einfallsreich und mitunter direkt gestisch (Quintett Nr. 6) gefaflt ist; und nicht ohne Grund haben sich nach 1945 deutsche Opernstudios (z.B. Berlin 1977) dieser ‰uflerst dankbaren Spielvorlage erinnert, die man mit allzusehr aktualisierten Z¸gen kaum mehr anzureichern braucht. Exquisit ist die Art, wie hier die franzˆsischen Interpreten Derbheit mimen, ohne dabei jemals ins Undelikate zu geraten. Der vorerst letzte Offenbach-Hinweis gilt ,,Barbe-Bleue", jener abendf¸llenden dreiaktigen opera-bouffe, die unmittelbar vor dem ,,Pariser Leben" und der ,,Groflherzogin von Gerolstein" entstanden und zur zentralen Werkgruppe des Meisters zu z‰hlen ist. Bei der Pariser Urauff¸hrung am 5. Februar 1866 (The‰tre des Varietes) gab es einen Riesenerfolg. Dafl diese Schˆpfung in Deutschland wie in ÷sterreich nicht im gleichen Mafle gesch‰tzt und eigentlich erst dank Walter Felsensteins Engagement in den Rang einer Meisterproduktion erhoben wurde, ber¸hrt nicht den Wert dieser Partitur, deren originale Lesart - mit den gesamten Dialogen jetzt zum ersten Male vollst‰ndig verˆffentlicht werden konnte (ca. 115 Minuten Spieldauer auf 4 Plattenseiten). Der einzige Mangel an der Zwei-Platten-Steckkassette d¸rfte sein, dafl ihr das Libretto nicht beigef¸gt wurde. Trotz der herrlich ausgefeilten Dialoge (oder vielleicht gerade deswegen?) ist es f¸r den nicht-franzˆsischen Hˆrer einigermaflen schwierig, dem Gang der doch reichlich verwickelten Handlung so rasch zu folgen. Im Geiste Offenbachs und seiner beiden Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halevy erh‰lt die ebenso ber¸hmte wie geheimnisumwitterte Blaubart-Sage nat¸rlich andere, durchaus ungewˆhnliche Akzente; doch ist hier die Heiterkeit keineswegs ungetr¸bt, ja selbst das D‰monische unterschwellig sp¸rbar. Speziell das drittte, im Gewˆlbe von Blaubarts Burg - von den Gr‰bern seiner fr¸heren, angeblich ermordeten Ehefrauen - spielende Bild demonstriert sehr deutlich den Ernst der Situation und zudem Boulottes Angst, vom Tod doch noch ereilt zu werden. Dafl ein solcher Ernst (trotz der travestierenden Hauptelemente) nicht ausgeklammert ist, sagt mancherlei ¸ber den besonderen Stellenwert dieser opera-bouffe aus, an deren Schlufl freilich das Wiedererscheinen der totgeglaubten Gattinnen, die Frˆhlichkeit rundherum, die Versˆhnung aller mit allen stehen. Boulotte, das so beherzte Bauernm‰dchen, hat sich beim Ritter Blaubart (als neue Gemahlin) durchgesetzt. Unter Jean Doussards beschwingter Leitung wirbt das heimische S‰ngerensemble eindringlich f¸r die diffizile Kunst des Maestro Jaques; bewundernswert immer wieder die Pr‰zision und die Eleganz des Vortrags, die absolute Beherrschung des Stils. Offenbar ist dies den Franzosen angeboren; und so ist diese Einspielung ein echtes Labsal f¸r Ohr und Sinne. Lina Dachary und Henri Legay wetteifern geradezu mit der illustren Premieren-Besetzung von 1866 (Hortense Schneider, Jose Dupuis); neben ihnen kˆnnen sich Christiane Gayraud, Aime Doniat und Rene Terrasson profilieren (den ¸brigen Mitwirkenden ein Pauschallob!). Dem Orchestre Lyrique de l'O.R.T.F. ist f¸r seinen Offenbach-Einsatz wiederum zu danken (vgl. hierzu FF 5/83 mit den Aufnahmen von ,,Fortunios Lied" und ,,Lischen und Fritzchen"). Werner Bollert gens Wˆldicke; Daco 161 (1 M 30) - Vertrieb: Danacord Records/Gernersgade 35, DK-1319 Kopenhagen, D‰nemark Aufnahmedatum: 1929 - 1938 Klangbild: Entsprechend der Aufnahmezeit. Fertigung: Ordentlich. (II) AKSEL SCHI0TZ, Den Danske Sang (Das d‰nische Lied), Vol. 2: RUNG-ANDERSEN, I Danmark er jeg fedt, HEISE-LEMBCKE, Dengang jeg kun var s‰ stˆr som s‰, Der var en svend med sin pigelil, AGERBY-RODE, Lille konval, AGERBY-HOLM, Jeg ved ej, hvorfra du kommer, NIELSEN-BERNTSEN, Den milde dag er lys og lang, RIISAGER-LORENTZEN, Mor Danmark, THOMSEN-BLICHER, TU gheden, LAUB-GRUNDTVIG, Aldrig, Herre, du forglemme, BJERRE-GELSTED, TU en ung moder, NIELSEN-RODE, Som en rejselysten fl‰de, RING-BLICHER, Ka;r est du, fodeland, LAURIDSEN-MUNK, Syng om fred, BANGMUNK, Herre, vort herskab, Vsegtervers, Nu skrider dagen under, ROGERT-EWALD, Kong Christian stod ved hojen mast, RIISAGER-KRISTENSEN, Danmarks Frihedssang; Aksel Schiatz (Tenor), Christian Christiansen, Aksel Agerby, Gerald Moore, Herman D. Koppel, Grete Kordt, Arne Skjold Rasmussen, Folmer Jensen, Eyvind Moller (Klavier), Die kˆnigliche Kapelle Kopenhagen; Orchester Sune Wladimir, Johan Hye-Knudsen; Daco 162 (1 M 30) Aufnahmedatum: 1938 - 1945 Klangbild: Entsprechend der Aufnahmezeit. Fertigung: Ordentlich. (III) AKSEL SCHI0TZ, Schubert og Grieg (Schubert und Grieg), Vol. 3: SCHUBERT, Die schˆne M¸llerin (Nr. 1, 6,9 und 8,10,11,15,17, 17 20) GRIEG, To brune ojne, op. 5. Nr. 1, Jeg elsker dig, op. 5. Nr. 3., Ved Ronderne, op. 33. Nr. 9., V‰ren, op. 33. Nr. 2, Udfarten, op!9. Nr. 4, Vaer hilset, I damer, op. 49. Nr. 3., For‰rsregn, op. 49. Nr. 6., En digters sidste sang, op. 18. Nr. 3; Aksel Schiotz (Tenor), Gerald Moore, Herman D. Koppel, Folmer Jensen (Klavier); Daco 163 (1 M 30) Aufnahmedatum: 1939-1946 Klangbild: A-Seite: starkes Knistern. B-Seite: Klavier ,,miaut" manchmal. Fertigung: Ordentlich. (IV) AKSEL SCHI0TZ, Sommer, host og vinter (Sommer, Herbst und Winter), Vol. 4: Soundtrack von Jeg har elsket og levet, OEHLENSCHLƒGER-NIELSEN, Underlige aftenlufte, LARSEN-MORGENSEN, Sommervise, GRUNDTVIG-UNBEK., Jeg gik mig ud en sommerdag, NIELSEN, Havet omkring Danmark, RODE-NIELSEN, Min pige er s‰ lys som rav, AAKJ^R-AGERBY, Jeg er havren, RICHARDT-HARTMANN, Laer mig, nattens stjerne,BLICHER-R!NG,Signaermertiden, da jeg m‰ va>k, INGEMANN-WEYSE, I fjerne kirket‰rne hist, Lysets engel g‰r med glans, Julen har bragt velsignet bud, GRUNDTVIGUNBEK., Et barn er fodt i Bethlehem, INGEMANN-UNBEK., Dejlig er jorden, ANDERSEN-GADE, Barn Jesus i en krybbe l‰, INGEMANN-GRUBER, Glade Jul; Aksel Schiotz (Tenor), Ellen Gottschalk (Prosa), Edith Oldrup (Sopran), Christian Christiansen, Hermann D. Koppel, Holger Lund Christiansen (Klavier), Mogens Wˆldike (Orgel), Kopenhagener Knabenchor, Mogens Wˆldike, Die kˆnigliche Kapelle Kopenhagen, Emil Reesen, Johan Hye-Knudsen; Æ Offenbachs ,,Blaubart" zum ersten Male vollst‰ndig auf Schallplatten. rung" ist ungef‰hr so, wie man sich's vorstellt, vielleicht sogar noch ein biflchen schlimmer. W‰re der Name Caballe nicht ein so zugkr‰ftiger Verkaufsartikel - die Aufnahme h‰tte nicht die leiseste Lebenschance. Auch die Orchesterleistung rettet nichts, sie ist kalt, beziehungslos. Zubin Mehta hat zum Thema Wagner nicht viel zu sagen, dies ist sp‰testens seit seinen Wiener Versuchen mit ,,Lohengrin", ,,Rheingold" und ,,Walk¸re" bekannt. Dazu ein (anonymer) Wagner-Kommentar im ,,einschl‰gigen" Stil. Wenn der grofle Meister vom Olymp herabblicken kˆnnte, um zu erfahren, was sich hundert Jahre nach seinem Tod abspielt, was da musiziert und publiziert wird - er w¸rde vermutlich in den ber¸hmten Stoflseufzer des alten Kaisers Franz Joseph ausbrechen: ,,Mir bleibt nichts erspart!" Clemens Hˆslinger OFFENBACH, Barbe-Bleue (Gesamtaufnahme in franzˆsischer Sprache mit Dialogen); Henri Legay (Barbe-Bleue), Lina Dachary (Boulotte), Rene Lenoty (Roi Bobeche), Christiane Gayraud (Reine Clementine), Monique Stiot (Princesse Hermia), Bernard Alvy (Prince Saphir), Rene Terrasson (Comte Oscar), Ahne Doniat (Popolani), Jacques Pruvost (Alvarez), Choeurs de 1' O.R.T.F., Jean Gitton, Orchestre Lyrique de 1' O.R.T.F., Jean Doussard; Bourg Records BG 2005/06 (2 S 30) (zu beziehen ¸ber: jpc-Schallplattenversand, Postfach 2426, 4500 Osnabr¸ck) Aufnahmedatum: September 1967 Klangbild: Breites Panorama. Im ganzen ausgeglichen und recht pr‰sent; mehr oder weniger durchsichtig. Fertigung: Einwandfrei. nscheinend beabsichtigt das franzˆsische Bourg-Label unter dem Titel ,,Collection Bourg Offenbach" nach und nach s‰mtliche Werke dieses Meisters zu produzieren - wobei man recht verheiflungsvoll angefangen hat. Hier bietet sich nun die Gelegenheit, vier Einspielungen kurz unter die Lupe zu nehmen. Von diesen Schˆpfungen entstammen drei der fr¸hen Epoche im The‰tre des Bouffes Parisiens (1855 bzw. 1857), wobei die Bourg-Edition die Einakter der damaligen, doch ziemlich begrenzten Gegebenheiten ber¸cksichtigt. Demgem‰fl verzichtet sie darauf, das mitwirkende, absichtlich klein gehaltene Orchester ¸berhaupt namhaft zu machen. Die Arrangements, die hier Louis-Vincent Bruere als verantwortlicher musikalischer Leiter pr‰sentiert, bevorzugen ein trockenes, bisweilen etwas gesch‰rftes Klangbild, das weniger Professionalit‰t als vielmehr die Atmosph‰re jener faszinierenden Pariser Theater‰ra zeigen mˆchte. Und allemal triumphiert die pure Lebendigkeit des B¸hnengeschehens ¸ber jeglichen Anflug von Perfektion. Dafl da geradezu ein k¸nstlerisch unabdingbares Prinzip postuliert wird, verdeutlichen die drei Neuaufzeichnungen vom Herbst 1981, welche zwar die Dialogabschnitte ausklammern, statt dessen aber die vollst‰ndigen Libretti mitliefern. Wie auch in der h¸bschen Aufmachung der Plattentaschen schon die Offenbach-Welt von 1855/57 treffend beschworen wird. Schade ist es, dafl ,,Les deux Aveugles" - jenes Opus, das damals ganz Paris in Begeisterung versetzte und zahllose Wiederholungen erfuhr allein innerhalb des Mediums Schallplatte nur bedingt eindrucksvoll ist. (Ouvert¸re plus 4 Musiknummern; insgesamt 13 Minuten Spieldauer). Es geht um eine nahezu realistisch anmutende Aktion aus dem Pariser Alltagsmilieu: auf einer Br¸cke suchen Patachon und Giraffier, zwei scheinbar blinde Bettler, sich gegenseitig zu ¸bertrumpfen bzw. einander vom Standort zu verdr‰ngen. Man hˆrt eine an sich reizvolle Musik, die aber zu anderen Libretti ebenfalls passen w¸rde; zumal die Komik der beiden zugeordneten Soloinstrumente (Posaune A NEUVER÷FFENTLICHUNGEN NEUVER÷FFENTLICHUNGEN Operette © Lohnende Entdeckung: weitere Offenbach-Einakter zum ersten Male auf Schallplatten. OFFENBƒCH, Le Violoneux, Les deux Aveugles (Gesamtaufnahmen in franzˆsischer Sprache ohne Dialoge); Christophe Mortagne (Mathieu), Marie Modeste (Reinette), Gilles Butin (Pierre), Regis Ducrocq (Patachon), Gilles Butin (Giraffier), Louis-Vincent Bruere; Bourg Records BG 2003 (1 S 30) Aufnahmedatum: Oktober 1981 Klangbild: Sehr pr‰sent, bisweilen kabarettistisch zugespitzt. Fertigung: Ohne Beanstandung. Verschiedenes Festliches Horrido und Waidmannsheil. CANTIN, Hubertus-Messe und Noces du chasseur, ROSSINI, Le rendez-vous de chasse, FLEMMING, Zwei alte deutsche Jagdsignale, DEISENROTH, Jagdm‰rsche, Jagdfanfare und Jagdsuite; M¸nchner Parforcehorn-Bl‰ser: Engelbert Schmid, Siegfried Hammer, Otto Weber, Dieter Hepp und Ulrich Kˆbel; Orfeo S 034821 A (1 S 30) Digital Aufnahmedatum: Juli 1982 Klangbild: Klar, dynamisch, nat¸rlich, weitr‰umig mit Echo-Wirkungen und Tiefenstaffelung (stcreo-technisch etwas rechtslastig). Fertigung: Sehr gut (DMM-‹berspielung). Vergleichseinspielung: Armida AE 149 (Jagdhornbl‰ser ,,Auerhahn", Luzern). das seinen ,,nat¸rlichen" Reiz. Die M¸nchner Parforcehorn-Bl‰ser sind Meister ihres Metiers auf den urw¸chsigen Instrumenten. Die ber¸hmte Hubertus-Messe, von Jules Cantin 1934 in Paris verˆffentlicht, wird makellos geblasen, ebenso dessen ,,J‰gerhochzeit" als Potpourri franzˆsischer Jagdsignale. Die Herauslˆsung aller Solostellen aus einer groflen Jagdfantasie von Gioacchino Rossini, hier ohne die originale Orchesterbegleitung aufgef¸hrt, erweist sich als Bravourst¸ck f¸r das Parforcehorn-Quintett voller dynamischer Schattierungen, Klangfarben- und Echo-Effekte. Zwei alte deutsche Jagdsignale (,,Wann der Hirsch erleget worden" und ,,Wann die Jagd zu Ende und vollbracht ist") sind Flemmings Werk ,,Der vollkommene deutsche J‰ger und Fischer" von 1719 entnommen. Den Rest der Platte f¸llen meist dreistimmige, zum Verwechseln ‰hnlich klingende Originalkompositionen, M‰rsche und signalartige Stimmungsbilder des in diesem Jahre (1983) seinen 80. Geburtstag feiernden Jagdund Milit‰rmusikfachmannes Friedrich Deisenroth. Gerhard Patzig ,,Die Stimme D‰nemarks". I II ∑ III IV V © Lohnende Entdeckung: Offenbachs ,,Croquefer" als Repertoire-Zuwachs und -Gewinn. H OFFENBACH, Croquefer ou le dernier des Paladins (Gesamtaufnahme in franzˆsischer Sprache ohne Dialoge); Jean Kriff (Croquefer), Jean de Beer (Boutefeu), Chantal Reyjal (Fleur de Soufre), Regis Wilem (Ramass' Ta Tete), ˆrnerschall und Pleflhorngruppen gehˆren zum ¸blichen Ritual der J‰gerei. Einen besonderen Stellenwert nimmt dagegen der Klang der groflwindigen Parforcehˆrner ein. Dem Gewinn an Tonumfang von drei vollen Oktaven entspricht eine erhˆhte Anforderung an die Bl‰sertechnik. Intonationsm‰flig mufl im Melodie- und Akkordspiel eine sehr unsaubere Quarte als 11. Oberton der Naturtonreihe in Kauf genommen werden. F¸r die Liebhaber hat (I) AKSEL SCHI0TZ, Den maskerede Tenor (Der maskierte Tenor), Vol. 1: BARONYSTEFFENSEN, Hov-hov-put-put, MAY (?), En duft, du som en salighed fornemmer, FILMSTRIMLER, (potpourri), CHRISTENSENKRISTENSEN, Made i skoleg‰rden fra Skolen p‰ ho'det, DOELLE-MEINCKE, Spil din egen Zigeunersang, SCHMIDSEDER-SKAARUP, Oh, skonne Venezia, W ARNY-OTTEN, Som et eventyr fra gamle dage, BERTELSEN-PHEIFFER, Mensjeghardigendnu,lillemor, GADEBARFOED, Lykkeland, THOMSEN-SKAARUP, Solens Vuggevise, RYGAARD-JUEL, Flaget, LEMBCKE-REUMERT, Majsang, FOSTER-DRACHMANN, Se, det Summer af sol, SVENDSEN-PAULSEN, Kom Karina; Aksel Schiotz (Tenor), De fire Generaler; De 5 Synkoper; Bernhard Christensen; Viggo Anderson, Sven Moller-Kristensen (Gesang), Bobby Pagan (Wurlitzer-Orgel), Kopenhagener Knabenchor, Mogens Wˆldike, Wivex (Kopenhagen), med sang, Aksel Bendix, Aage Juhl-Thomsen, Mo- 56 57