AnalogPlattenspieler in der Ecke
Angesichts der Testergebnisse kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Bei den AnalogPlattenspielem wird geschludert wie schon lange nicht mehr. Es ist wirklich selten geworden, eine Gerätequalität auf den Labortisch zu bekommen, wie sie seinerzeit etwa der Dual 701 vorgab. Und das war vor immerhin rund 10 Jahren! Warum wird bei der Kombination von Tonabnehmer und Arm so gesündigt? Beschäftigen sich die Spezialisten inzwischen mit der CD und haben den Kaufleuten die Auswahl des geeigneten Tonabnehmers überlassen? Man muß schon lang in unseren Testberichten zurückblättern, um derart verbogene Frequenzgänge zu finden, wie sie heute dem Gros der Käufer zugemutet werden. Es hat für den Kaufmann sicher seinen Reiz, ein System für 4,50 DM in den Tonarm zu „nagein" und das Komplettgerät dann für rund 800 Mark an den Endverbraucher zu bringen... Ein Lichtblick in dieser Angelegenheit ist jedoch, daß die Laufwerksqualität unter dem Strich gesehen auf recht hohem Niveau steht. Somit kann durch geeignete Kombination eines vernünftigen Tonabnehmers zumindest jener technische Stand erlangt werden, der vor einem Jahrzehnt an der Tagesordnung war. Zwar gab es damals noch keinen Mikroprozessor-gesteuerten Tangentialarm im „Star Wars"-Look mit Titelwiederholung bis zum Diamantbruch, doch stimmten Tonarmgeometrie, Massenkombination und Dämpfung im allgemeinen besser zusammen als heutzutage. Kein Wunder, daß angesichts dieser Entwicklung gewisse High-end-Geräte einen sagenhaften Ruf genießen. Sie klingen eben so, wie man das erwarten kann, auch wenn man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen muß.