Unbekömmlicher Kabelsalat
Nicht nur Postminister Schwarz-Schilling will es so: Der Bürger soll ans Kabel! Auch die Antennenindustrie verfolgt das gleiche Ziel, denn sie verkauft am liebsten Gemeinschaftsantennenanlagen mit Umsetzern. Das heißt, daß nicht mehr jedes in der Luft liegende Programm am Tuner eingestellt werden kann, sondern nur noch jene Auswahl, die der Hausbesitzer getroffen hat. Dieses, meines Erachtens rechtlich nicht ganz saubere Verfahren (Freiheit der Information), hat aber noch einen technischen Aspekt. Die Klagen derart Betroffener häufen sich: Ortssender rauschen und die umgesetzten Frequenzen stimmen nicht mit den Synthesizer-Schritten überein, so daß unnötig Verzerrungen in Kauf genommen werden müssen. Dem Vorteil, auch mit einem Primitiv-Tuner per Kabel entlegene Sender empfangen zu können, steht der gravierende Nachteil für qualitätsbewußte Hörer entgegen. Von „Pressefreiheit" hört man allenthalben, doch wo bleibt die Freiheit des Bürgers, sich Sendungen einzustellen, welche auch immer und mit welcher Qualität auch immer?