Für Qualität ist immer Platz
Sein Wechsel war mit Aufsehen verbunden: Schließlich hatte der pfiffige und kommunikationsfreudige Günther Breest dem Gelbetikett Deutsche Grammophon 18 Jahre lang gute Dienste erwiesen - etwa als Produzent und Vertrauter Herbert von Karajans, als Mentor von Giuseppe Sinopoli oder als Freund von Carlo Maria Giulini. Seit eineinhalb Jahren segelt der wortgewaltige Manager nunmehr unter der Flagge des japanischen Elektronikriesen Sony, der sich das amerikanische Traditionsunternehmen CBS eingekauft hat. Auf dem Klassiksektor firmiert man international seit Januar dieses Jahres aus rechtlichen Gründen unter Sony Classical, was nicht unbedingt ein Vorteil ist. Denn dieser Name muß sich als Marke erst durchsetzen. Hinzu kommt, daß das Vorgängerlabel CBS Masterworks - in Amerika glänzend, in Japan respektabel im Geschäft - in Europa bisher eine eher untergeordnete Rolle spielte. Die Meinungen gehen darüber auseinander, ob der Marktanteil in der Bundesrepublik bei rund 4,5 oder doch eher bei 2,8 Prozent liege. Für Günther Breest, der den Firmensitz von New York nach Hamburg verlegt hat, gibt es also viel zu tun. Wie er's anpacken will, darüber gab er in einem Gespräch mit Stefan Mikorey Auskunft.