Die Musik und das Klavierspiel sind immer im Kopf
Gelegentlich muß man Zweifel anmelden, ob die führenden Plattenfirmen wirklich wissen, was und wen sie alles in ihren Beständen lagern. Und nicht nur lagern, sondern eingemottet haben, also dem Zugriff des interessierten Publikums entziehen. Zum Beispiel die frühen Aufnahmen des Leningrader Pianisten Grigorij Sokolov! Ich erinnere mich genau, als mir - noch in Schülertagen - die MelodiaEurodisc LP Nr. 76 487 KK in die Hände gelangte und ich mir auf dem Heimweg Gedanken machte, ob ein Sechzehnjähriger es wohl wert sein könne, für ihn 25 DM aufs Spiel zu setzen. Sokolovs Plattendebüt mit dem zweiten Klavierkonzert von Camille SaintSaens und dem „Carnaval" von Schumann ist ebensowenig wie ein Recital-Doppelalbum mit Leningrader Aufnahmen aus den Jahren 1969 und 1971 auf CD revitalisiert worden.Von weiteren großartigen Einspielungen des Pianisten gar nicht zu reden, sieht man von einer Kleinlabel-Übernahme der„Hammerklaviersonate" Beethovens einmal ab