Mozart, Wien und der Geist des Jahres 1945
Vom „legendären Wiener Mozart-Ensemble der Nachkriegszeit" ist sehr oft die Rede und auch die „Schreibe". Ebenso oft kommt es vor, daß die Redenden und Schreibenden darüber nicht aus eigener Erfahrung, sondern aus zweiter, dritter, vierter Quelle berichten. Kein Wun- der, daß sich durch dieses Weiterreichen von beglaubigten und unbeglaubigten Mitteilungen manches anVerschwommenem und Ungenauem festgesetzt hat. Wenn nun ein „Zeuge am Ort" - ein Wiener, der in den ersten Nachkriegsjahren seine prägenden Operneindrücke erhalten hat - auftritt und eine Darstellung aus sei- ner Sicht zu geben versucht, dann geht es nicht darum, „Legenden" zu zerstören, sondern um die Korrektur einiger weit verbreiteter Meinungen und Urteile.