Der Ring, der nie gelungen
Daß die Qualität eines musikalischen Kunstwerks sich (auch) daran bemißt, die unterschiedlichsten, ja gegensätzliche, Interpretationsansätze zuzulassen, daß es, eben weil es eine überzeitliche Wahrheit ausdrückt, sich einer einzigen, allein gültigen Deutung letztlich sogar entzieht, davon legten die „Ring"-Inszenierungen der letzten Jahrzehnte von Bayreuth bis Brüssel, von Mailand bis München, von New York bis Wien, eindringlich Zeugnis ab. Konzentriert man sich auf das rein akustische Erscheinungsbild von Wagners Opus summurftralso auf seine Dokumentaion auf LP und CD, die fast gleichzeitig mit der von Neu-Bayreuth ausgehenden modernen Ära der WagnerRegie beginnt, dann bietet der Überblick über die bisher 21 (14 Live- und 7 Studio-)„Ringe" - rechnet man Dohnänyis erst im Werden Begriffenen mit - ein nicht minder kontrastreiches Bild.